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Abschluss- & Einzelberichte 2009
Rosenstrasse 76
Das Projekt Rosenstrasse 76 ist und war 2008 und 2009 eine Einladung an alle Jugendinitiativen, schulische Lerngruppen, Jugendgruppen und Multiplikator/innen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zur Entwicklung und Gestaltung von Ideen und Projekten zur Thematisierung häuslicher Gewalt. Die Zusammenarbeit mit Gruppen und Menschen unterschiedlicher Konfession, Generation, Religion, Schule, Gemeinde usw. war dabei ausdrücklich gewünscht.
Das Projekt Rosenstrasse 76 orientiert sich an der Ausstellung Rosenstrasse 76 (siehe: www.rosenstrasse76.de) und den vielfältigen Initiativen im Rahmen der weltweiten Dekade zur Überwindung von Gewalt. Diese haben sich immer dann als wirkungsvoll und erfolgreich erwiesen, wenn sie nah an der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, erfahrungsbezogen, lösungsoffen und -orientiert praktiziert wurden.
Das Projekt Rosenstrasse 76 vertieft diese Prozesse und richtet dabei den besonderen Focus auf „Häusliche Gewalt“. Dabei geht es um die Wahrnehmung und Thematisierung von Gewalt in der Familie und den damit verbundenen Prägungen, Einstellungen, Verhaltensweisen und Zwängen einerseits und andererseits um die Entwicklung, Erprobung und Realisierung von Möglichkeiten zur Prävention, Deeskalation, Intervention unter dem Stichwort „Gewalt überwinden“ und um die Eröffnung und Erfahrung fachlicher Hilfestellungen in akuten Konflikt- und Krisensituationen.
Das Projekt Rosenstrasse 76 will mögliche Betroffenheits- und Ohnmachtsgefühle in couragiertes, reflektiertes Handeln und Verhalten in Konflikt- und Gewaltsituationen wenden und zeigen, wo insbesondere Kinder und Jugendliche sich in Krisensituationen Hilfe holen können.
Gefördert wurden 50 Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Multiplikator/innen aus NRW (je ca. 12 – ca. 30 TN) mit einer Summe von je 300,-- € (als Honorar- und Sachkostenzuschuss), die sich für dieses Projekt beworben haben und
ein mind. zweitägiges Projekt zum Thema durchführten
sich dazu fachliche Hilfe holten
einen ca. 20-zeiligen Bericht (wenn möglich mit Presseartikel) und
ein Gruppenfoto für die Öffentlichkeitsarbeit anfertigten und
beides dem Projektbüro Rosenstrasse 2009 zur Präsentation zur Verfügung stellten.
Das Projekt Rosenstrasse 76 der Evangelischen Kirche von Westfalen hatte im Jahr 2008 (mit 101 stattgefundenen Einzelprojekten so viel Resonanz und Wirkung entfaltet, dass von vielen Verantwortlichen in den Regionen eine Verlängerung des Projektes erbeten wurde. Diese Bitte wurde durch das Jugendministerium NRW (MGFFI) aufgegriffen und im Frühjahr 2009 durch die Förderung weiterer 50 Projekte beantwortet.
Hintergrund dazu war die eher unaufdringliche Ausstellung Rosenstrasse 76 selber, die Neugierde weckt, zum entdecken und wahrnehmen einlädt und vor allem subtile Gewalt im häuslichen Alltag sichtbar macht, ohne mit Schuldzuschreibungen Menschen zu verschrecken.
Insbesondere in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat sich das Projekt als einzigartiger Türöffner für ein so schwieriges Themenfeld erwiesen. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Gewalt ihre Wurzeln in der Mitte der Gesellschaft hat, eröffnet das Projekt den (sensiblen) Zugang zur Reflexion von häuslichen Gewalterfahrungen, ihren Wirkungen und Lösungsmöglichkeiten.
Während der Projektphase im Jahr 2008 wurde deutlich, dass sehr viele Pädagog/innen und Jugendarbeiter/innen sehr wohl einen Besuch der Ausstellung befürworteten, einer Vertiefung des Themas aber eher sehr skeptisch entgegen sahen oder sie ganz vermieden. Als Begründung dafür wurde der Mangel an fachlichem Know-how ebenso angeführt wie die Angst, „möglicherweise in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Thema, Ärger mit den betroffenen Eltern zu bekommen“.
Von daher wurde im Jahr 2009 fachliche Unterstützung und Beratung zur Konzeption und Planung von Projekten zur Thematisierung häuslicher Gewalt deutlicher angeboten und in Anspruch genommen.
Im Jahr 2009 wurden durch das Projekt insbesondere solche Gruppen angesprochen, die über die Qualifizierung von Multiplikator/innen das Thema im eigenen Kontext (Kinder / Jugendliche) eröffneten. So war zu beobachten, dass 2008 nur ca. 15% der Projekte als Hauptzielgruppe Multiplikator/innen ansprachen und qualifizierten, im Jahr 2009 dagegen schon ca. 40 % (für weitere danach stattfindende Projektarbeit mit z.B. Kindern und Jugendlichen).
Die bisher durchgeführten Projekte zeigen deutlich, dass der (mögliche) anklagende, schuldzuweisende, konfrontative Zugang zur Thematisierung häuslicher Gewalt strikt vermieden wurde und über die Wahrnehmung, Interpretation von Wahrnehmungen, und vor allem über die vorsichtige Öffnung von Gefühlswelten und den sensiblen Austausch zum Umgang mit Gefühlen, Lösungswege erarbeitetet wurden.
Insbesondere die Eröffnung des Themas über die Mittel der Musik (Percussion) haben offensichtlich viele Gruppen angesprochen und fasziniert. Weder die Initiatorinnen (dieses methodischen Ansatzes) noch das Projektbüro konnten hier der Menge der diesbezüglich Anfragenden (angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen) gerecht werden.
Die vorliegenden Projekterfahrungen ebenso wie weitergehende Unterrichtsentwürfe, Seminarbausteine und Methodenrepertoires zeigen, dass durch das Projekt ein schwieriges Thema immer wieder sehr empathisch geöffnet wurde.
Zur Entfaltung von Nachhaltigkeit in die pädagogische Praxis wird sich Multiplikator/innenarbeit zur methodisch-didaktischen Eröffnung und Entwicklung von Zugängen zur Thematisierung und konstruktiven Bearbeitung der Erfahrungen und Wirkungen häuslicher (Alltags-) Gewalt bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen nach dem Anschub und den Erfahrungen aus 2008 und 2009 weiter qualifizieren.
Der Umgang mit und das Erleben von Gefühlen im häuslichen Kontext zeigt deutlich, dass häusliche Gewalt in Form körperlicher Verletzung nur die Spitze eines Eisberges ist, der unterhalb der scheinbaren Oberfläche in Demütigungs-, Kränkungs-, Frustrations- und Ausgrenzungsprozessen seine Wurzeln findet. Wurzeln, die mit (geschlechtsspezifischer) Erziehung ebenso zu tun haben wie mit vorherrschenden Leitbildern von Mann und Frau oder den eigenen Wünschen an und der je eigenen Vorstellung von Familie und Partnerschaft.
Unintendiert ist dem Projekt Rosenstrasse 76 damit eine zusätzliche Aufgabe zugewachsen, nämlich die Entwicklung vielfältiger Prozesse und methodischer Repertoires, damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene sich verständigen, um möglichst mit allen Sinnen zu begreifen, zu erfahren und zu verstehen, was Sinn macht, Wert hat, als Regel taugt und deshalb für alle Beteiligten in Familie und Partnerschaften gelten soll und kann.
Die sowohl eigene als auch gemeinsam - einvernehmliche Entwicklung und Ausgestaltung von Regeln und Grenzen als andauernder Reibungsprozess, so scheint es, kann dabei als ein Lösungsweg gelten, um der Gewalt, nicht nur im häuslichen Bereich, das Wasser abzugraben.
Die Internetseite www.rosenstrasse76.de wird dazu auch in Zukunft, neben den einzelnen Projekt berichten als Ideen- und Erfahrungsschatz und den dort eröffneten Materialien, innovative Ratgeberin zum Thema Häusliche Gewalt“ sein.
Projektbüro Rosenstrasse 2009 www.rosenstrasse76.de
Ralf-Erik Posselt, Haus Villigst, Januar 2010
Berichte Rosenstrasse 2009
Bericht Nr. 1 Häusliche Gewalt – Selbstbehauptung für Mädchen im Alter von 9 – 12 Jahren
Aufgrund der großen Nachfrage vieler Mädchen, die beim letzten Selbstbehauptungskurs in Evingsen nicht teilnehmen könnten, haben wir – die Ev. Kirchengemeinde Evingsen und das Jugendreferat Iserlohn erneut eine Trainerin eingeladen, um mit den Mädchen den Kurs in den Herbstferien durchzuführen. An zwei Tagen trafen sich dann leider aufgrund von Krankheitsfällen nur noch 7 Mädchen zwischen 9 und 11 Jahren, um die Grundlagen der Selbstbehauptung zu erfahren. Die Trainerin Heidrun Geck legte den Schwerpunkt in Absprache mit den Teilnehmerinnen, auf folgende Fragen: „Wie sorge ich gut für mich – und mache es meinem Gegner damit viel schwerer?“, „Wie setzte ich mich durch?“ und „Wie löse ich Konflikte?“ und dies insbesondere auf dem Hintergrund häuslicher Erfahrungen mit Konflikten und Grenzüberschreitungen. Die Mädchen erlebten bei verschiedenen Spaß- und Vertrauensspiele eine vertraute Atmosphäre. Dadurch haben sich die Teilnehmerinnen anhand von Rollenspielen im geschützten Rahmen austauschen können und so Ideen für zunächst neue und fremde Handlungsmuster entwickeln können. Mit viel Spaß wurden verschiedene Möglichkeiten ausprobiert und durchgespielt. In diesem Rahmen lernten die Mädchen auch ihre eigenen Stärken kennen. In weiteren Übungen wurde die eigene Stimme trainiert und eingesetzt und eine sichere Körperhaltung geübt. Das Ziel des 2-tägigen Kurses war, sich mal so stark und mutig zu fühlen wie Pipi Langstrumpf, und die guten Erfahrungen mit in den eigenen Alltag zu nehmen. Sag nein, wen du etwas nicht willst! Sorg gut für dich, höre auf deine innere Stimme! Sei stark und kreativ in Konflikten! Kontakt: Ev. Kirchengemeinde Evingsen Pfarrer Ernst Pallmann Auf dem Kamp3, 58762 Altena Jugendreferat Iserlohn Sylvia Kothe – Frankholz Piepenstockstr. 21, 58730 Iserlohn
Bericht Nr. 2 Häusliche Gewalt – Deeskalation
In der Evingser Projektreihe mit dem Schwerpunkt zur häuslichen Gewalt fand ein weiteres 2-tägiges Seminar „Deeskalation“ statt. Die Deeskalationstrainerin Heidrun Geck könnte die Zielgruppe überwiegend männliche Jugendliche ab 13 Jahren, zu dem Thema: „ Was macht mich wütend?“ sensibel hinführen. Nach gezielten Spielen bzw. Übungen, die eine sehr vertraute Atmosphäre schufen, konnten sich die 18 Teilnehmer sehr gut darauf einlassen. Anhand von Beispielen aus dem eigenen Lebensalltag arbeiteten die Jugendlichen mit Selbstwahrnehmungsübungen und Rollenspielen im geschützten Rahmen. Der Begriff „EHRE“ wurde lange diskutiert und beleuchtet. Daraus entstanden sogar Ansätze für Paradigmenwechsel und somit neue Möglichkeiten für die Jugendlichen auf „Ehrverletzungen“ mal ganz anders zu reagieren. Die Ehre nicht verteidigen zu müssen, sondern zu wissen, es kann mir niemand durch einen verbalen oder körperlichen Angriff meine Ehre nehmen. Die Teilnehmer haben durch gezielte Übungen zur einer neue Selbstwahrnehmung erfahren: „ Ich bin unantastbar!!“ Wichtig in diesem Zusammenhang war für alle Teilnehmer auch zu wissen bzw. zu spüren, wo bin ich mit meiner Wut? Bei welchem Level reagiere ich wie und wo ist der Zeitpunkt für mich persönlich frühzeitig auszusteigen, damit die Situation nicht eskaliert.
Kontakt: Ev. Kirchengemeinde Evingsen Pfarrer Ernst Pallmann Auf dem Kamp3, 58762 Altena Jugendreferat Iserlohn Sylvia Kothe – Frankholz Piepenstockstr. 21, 58730 Iserlohn
Bericht Nr. 3 Häusliche Gewalt – Grenzen durchsetzten – aber wie?
Das Seminar fand im September und Oktober an mehreren Abenden statt. Es wurde von 12 – 15 Elternteilen besucht. Hier wurde in einer vertrauten Atmosphäre über die Schwierigkeiten bzw. Probleme bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Alltag gesprochen. Praktisch wurden konfliktreiche Situationen aus dem Alltag bearbeitet, bei denen die Mütter und Väter sich austauschen konnten. Desweiteren wurde gemeinsam nach neuen Möglichkeiten gesucht, wie Eltern anderes als bisher reagieren könnten. Die Alternativen sollen ein stressfreieres Zusammenleben innerhalb der Familie zu fördern. Die Eltern konnten sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Erfahrungen und daraus resultierenden Vorschlägen gegenseitig helfen, aber auch fachliche Handlungsalternativen von außen annehmen. Vorab wurden die unterschiedlichen Erziehungsstile mit möglichen Auswirkungen auf Konfliktsituationen dargestellt. Es wurden Kommunikationsstrategien thematisiert. Im Zusammenhang mit den realen Erziehungssituationen in den Familien wurden Kommunikationssperren erkannt und bearbeitet, so dass den Mütter und Väter für zukünftige Konfliktsituationen Alternativen aufgezeigt wurden. Die Seminarinhalte waren darauf ausgerichtet, den teilnehmenden Eltern Hilfen für den Alltag in der Familie aufzuzeigen und ihnen deutlich zu mache, dass ihre Probleme mit den Heranwachsenden nicht einzigartig sind, sondern gleichermaßen in viele Familien ähnlich ablaufen.
Kontakt: Ev. Kirchengemeinde Evingsen Pfarrer Ernst Pallmann Auf dem Kamp3, 58762 Altena Jugendreferat Iserlohn Sylvia Kothe – Frankholz Piepenstockstr. 21, 58730 Iserlohn
Bericht Nr. 4 Häusliche Gewalt - Grenzen durchsetzen – aber wie?
Seit dem Frühjahr 2009 sind im Dorf Evingsen / Altena immer wieder Jugendliche, durch öffentlichen, übermäßigen Alkoholkonsum insbesondere am Wochenende aufgefallen. Es entstanden dadurch nicht nur Stress innerhalb der Familien, sondern auch mit den Anwohnern, Vandalismus, und die gesamte Atmosphäre zwischen den Dorfbewohnern würde gereizter bzw. aggressiver. Dieser Alkoholkonsum der Jugendlichen ging soweit, dass mehrfach ein Krankenwagen gerufen musste, um die Betroffenen mit Verdacht auf Alkoholvergiftung ins Krankenhaus zu bringen. Da sich der Pfarrer vor Ort sehr für die Jugendlichen im Dorf einsetzt, hat er die Initiative ergriffen und zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Ein erster Austausch fand mit Mitarbeitern der Kirchengemeinde, sowie Vertretern des Ordnungsamtes und des Jugendamt und der städtischen Jugendzentren der Stadt Altena, der Polizei Altena und Mitarbeitern der Drogenberatungsstellen Iserlohn und Werdohl statt. Ziel dieser Runde war ein Infoabend für alle Eltern der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren aus dem Dorf anzubieten. Dieser Abend wurde von allen o.g. Personengruppen mit vorbereitet und durchgeführt. Die Eltern wurden per Post eingeladen, auf öffentliche Presse wurde bewusst verzichtet. Der Elternabend am 24. Juni 2009 war ein Versuchsballon, da nicht voraus zusehen war, ob die Eltern das Angebot annehmen würden. Der Abend war jedoch ein guter Erfolg, da von den 195 angeschriebenen Haushalten, auch 22 Elternteile teilnahmen. Der Abend gestaltete sich sehr kurzweilig, da jeweils nach den einzelnen Sichtweisen der Institutionen stets angeregte Diskussionen entstanden. Die Eltern wünschten sich abschließend, dass es „irgendwie“ weitergeht und „man“ im Gespräch bleibe.
Kontakt: Ev. Kirchengemeinde Evingsen Pfarrer Ernst Pallmann Auf dem Kamp3, 58762 Altena Jugendreferat Iserlohn Sylvia Kothe – Frankholz Piepenstockstr. 21, 58730 Iserlohn
Bericht Nr.5 „Gewalt und Sexismus in der Musik- Thematisierung durch Musik“
An 4 Tagen haben wir zusammen mit der Pfarrerin Frau Reifenberger mit ihrer Konfirmandengruppe an dem Thema „Gewalt und Sexismus in der Musik- Thematisierung durch Musik“ gearbeitet. Unser besonderes Augenmerk lag auf der Thematik des Umgangs mit häuslicher Gewalt. Was ist häusliche Gewalt, von wem kann sie ausgehen, wie gehen wir damit um, wo gibt es von außen Hilfe etc. waren Fragen, mit denen sich die Jugendlichen engagiert auseinander setzten. Wir untersuchten Gewalt und Sexismus in der populären Musik u.a. im Hip Hop. Texte von bekannten Stücken wurden analysiert und diskutiert. Die Gewaltbereitschaft, die sich in den Texten äußert, wurde zunehmend deutlich. Dabei stellten wir die Frage, wie wir mit Aggressionen umgehen können, in den Vordergrund und haben daran gearbeitet, wie wir die eher aggressiven Gefühlen in einen „friedlichen“ Ausdruck bringen können. Dazu haben wir die Jugendlichen mit einem spielerischen Umgang verschiedener Percussioninstrumente ( Trommeln und Kleinpercussioninstrumente) bekannt gemacht, um ihnen musikalisches Handeln und Erleben als eine Möglichkeit des Ausdrucks von Gefühlen vorzustellen. Mit viel Konzentration und Freude entwickelten die Jugendlichen kreative musikalische Ideen, um die Bandbreite ihrer Gefühle auszudrücken. Es entstanden spannende Sequenzen, dabei nahmen die Kinder die Möglichkeit wahr, ihren Gefühlen im Einzelnen aber auch im Kontakt mit Anderen Ausdruck zu verleihen. In einer Geschichte, die die Jugendlichen musikalisch darstellten, wurde abschließend ein breites Spektrum an Gefühlen mit Hilfe der unterschiedlichsten Instrumente dargestellt. Wir entwarfen ein sehr rhythmisches Stück im Hip-Hop-Stil und entwickelten eigene gewaltfreie Texte.
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung: c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de und Claudia Reifenberger (Pfarrerin) Paul- Gerhardt Gemeinde Heinrich-Imigstr.3 44534 Lünen
Bericht Nr. 6 „ Hinaus in die Welt - Thematisierung durch Musik“
Ich habe mit 13 Schüler/innen aus den Klassen 5-9 der Droste-Hülshoff-Realschule an dem Thema „ Hinaus in die Welt - Thematisierung durch Musik“ gearbeitet. Unser besonderes Augenmerk lag auf der Thematik des Umgangs mit Gewalt insbesondere der häuslichen Gewalt. Dabei stellten wir die Frage wie wir mit Aggressionen umgehen können in den Vordergrund und haben daran gearbeitet, wie wir die eher aggressiven Gefühlen in einen „friedlichen“ Ausdruck bringen können. Dazu haben wir die Kinder mit einem spielerischen Umgang verschiedener Percussioninstrumente ( Trommeln, Gongs, Becken, Waterphone, Vibrafon, Winddreher, Oceandrum, Flöten u.a.) bekannt gemacht, um ihnen musikalisches Handeln und Erleben als eine Möglichkeit des Ausdrucks von Gefühlen vorzustellen.
Wir haben damit begonnen, indem wir mit den Kindern eine große Bandbreite der ihnen bekannten Gefühlen gesammelt haben und uns von ihnen Situationen haben erzählen lassen, aus denen sie diese Gefühle kennen. Um auch in „schwierigere“ Gefühlsbereiche, wie Ärger, Trauer, Wut, Aggressionen vorzust0ßen, haben wir vertiefende Darstellungen von Gefühlen verwendet.
In dieser Phase ist schnell eine entspannte und vertrauensvolle Atmosphäre entstanden, die es ermöglichte, tiefer in die „Gefühlswelten“ einzusteigen. In Rollenspielen, die den Kindern viel Spaß gemacht heben, wurden einige der erlebten Situationen dargestellt und in den Besprechungen der Rollenspiele wurden den Schülern und Schülerinnen schnell die eigenen Verhaltensweisen in Bezug auf ihre Gefühle und die Wechselwirkungen des Verhaltens im Umgang mit dem Mitmenschen bewusst.
Mit viel Konzentration und Freude entwickelten die Schüler kreative musikalische Ideen, um die Bandbreite ihrer Gefühle auszudrücken. Es entstanden spannende Sequenzen, dabei nahmen die Kinder die Möglichkeit wahr, ihren Gefühlen im Einzelnen aber auch im Kontakt mit Anderen Ausdruck zu verleihen. In einer Geschichte, die die Schülerinnen und Schüler musikalisch darstellten, wurde abschließend ein breites Spektrum an Gefühlen mit Hilfe der unterschiedlichsten Instrumente dargestellt.
In einer weiteren Phase ermutigten wir die Schüler, ohne Worte, „nur“ mit den Klängen der Instrumente miteinander in Kontakt zu gehen. Dabei sollten sie durchaus Stimmungen in Musik umsetzen und mit diesem musikalischem Ausdruck in Kontakt mit Anderen gehen. Zunächst ist es den Schülern schwer gefallen, ohne Worte in Kontakt zu gehen, aber mit zunehmenden Verlauf der Übung war es deutlich, dass sie über die Musik kommunizierten, dass es ihnen gelang, Stimmungen aufzunehmen und unterschiedlich – so wie es ihnen zumute war – darauf zu reagieren. Es ist ein sehr schönes und vielfältiges Frage- und Antwortspiel entstanden, zwischen Paaren, aber auch zwischen Einzelnen und Gruppen und zwischen Gruppen untereinander. Im anschließenden Auswertungsgespräch realisierten die Schülerinnen und Schüler die musikalische Umsetzung von Gefühlen als eine positive Möglichkeit des Ausdrucks von Gefühlen.
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung: c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de
Bericht Nr. 7 „Ich werde immer stärker“
Das Thema „Häusliche Gewalt“ wurde in der Olpketal Grundschule Dortmund mit SchülerInnen aus der 1.-4. Klasse behutsam mit Hilfe einer Geschichte behandelt. Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfe wurden aufgezeigt.
Es war unser Ziel, das Bewusstsein der Kinder für ihre eigenen Gefühle zu schärfen und ihnen mit ihrer Stimme und verschiedenen Musikinstrumenten eine Möglichkeit des Ausdrückens für ihre Gefühle anzubieten. Dabei sollten die Freude am alleinigen und gemeinsamen Singen und Musizieren im Mittelpunkt stehen.
In ihrer Mitteilungsfreude haben die Kinder auch gerne über Gefühle berichtet, die ihnen bekannt sind. So hatten wir bald eine Bandbreite von Gefühlen zusammengesammelt; die von den Kindern genannten Gefühle haben wir durch die mitgebrachten Abbildungen festgehalten, indem wir die verschiedenen Darstellungen an die Wand hefteten.
Im Folgenden baten wir die Kinde, die vielfältigen Instrumente, die wir mitgebracht hatten (Trommeln, Gongs, Becken, Waterphone, Vibraphon, Winddreher, Oceandrum, Flöten u.v.a.), einfach auszuprobieren und darauf zu spielen. Durch den hohen Aufforderungscharakter der Instrumente und wegen des jungen Alters der Kinder waren sie im positiven Sinne „hemmungslos“ und es entstand eine lang andauernde Phase, indem sie mit großer Freude drauf losgespielt haben und sich mit den unterschiedlichen Klängen vertraut gemacht haben. Es war den Kindern deutlich anzusehen, dass sie dabei neben dem Experimentieren mit den Klängen und dem Ausprobieren der Instrumente unbewusst unterschiedlichste Gefühle zum Ausdruck brachten.
Im weiteren Verlauf der Einheit haben wir dann auf die ausgewählten Darstellungen der Gefühle, die wir ja an der Wand fixiert hatten, zurückgegriffen und haben mit den Kindern gemeinsam Instrumente und Klänge ausgewählt, um die verschiedenen Gefühle auszudrücken. Es war vielen Kindern sogar möglich, Begründungen zu formulieren, warum sie gerade diesen oder jenen Klang für ein bestimmtes Gefühl ausgewählt hatten.
Nachdem wir uns für alle unsere ausgewählten Darstellungen auf einen gemeinsamen musikalischen Ausdruck einigen konnten, haben wir mit den Kindern noch mehrere Spielsequenzen durchgeführt – sie konnten dabei kurze Geschichten musikalisch umsetzen, was sie mit großer Freude und kreativen Ideen durchgeführt haben.
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung: c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de
Bericht Nr. 8 „Wir spielen Gefühle“
Im Rahmen einer Ferienbetreuung habe ich mit Frau Berges drei Tage lang mit Grundschulkindern im Alter von 6 bis 10 Jahren an dem Thema „Wir spielen Gefühle- Thematisierung durch Musik“ gearbeitet.
Das Thema „Häusliche Gewalt“ wurde behutsam mit Hilfe einer Geschichte behandelt. Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfe wurden aufgezeigt. Trotz des jungen Alters der Kinder war ein reflektierendes Gespräch über diese Phase möglich und die Kinder haben auf unsere Fragen ihre Gefühle bei diesem sensiblen Thema durchaus benennen können.
Es war unser Ziel, das Bewusstsein der Kinder für ihre eigenen Gefühle zu schärfen und ihnen mit ihrer Stimme und verschiedenen Musikinstrumenten eine Möglichkeit des Ausdrückens für ihre Gefühle anzubieten. Ich-Stärkung stand im Mittelpunkt unserer Arbeit.
In ihrer Mitteilungsfreude haben die Kinder auch gerne über Gefühle berichtet, die ihnen bekannt sind. So hatten wir bald eine Bandbreite von Gefühlen zusammengesammelt; die von den Kindern genannten Gefühle haben wir durch die mitgebrachten Abbildungen festgehalten, indem wir die verschiedenen Darstellungen an die Wand hefteten.
Im Folgenden baten wir die Kinde, die vielfältigen Instrumente, die wir mitgebracht hatten (Trommeln, Gongs, Becken, Waterphone, Vibraphon, Winddreher, Oceandrum, Flöten u.v.a.), einfach auszuprobieren und darauf zu spielen. Durch den hohen Aufforderungscharakter der Instrumente und wegen des jungen Alters der Kinder waren sie im positiven Sinne „hemmungslos“ und es entstand eine lang andauernde Phase, indem sie mit großer Freude drauf losgespielt haben und sich mit den unterschiedlichen Klängen vertraut gemacht haben. Es war den Kindern deutlich anzusehen, dass sie dabei neben dem Experimentieren mit den Klängen und dem Ausprobieren der Instrumente unbewusst unterschiedlichste Gefühle zum Ausdruck brachten.
Im weiteren Verlauf der Einheit haben wir dann auf die ausgewählten Darstellungen der Gefühle, die wir ja an der Wand fixiert hatten, zurückgegriffen und haben mit den Kindern gemeinsam Instrumente und Klänge ausgewählt, um die verschiedenen Gefühle auszudrücken. Es war vielen Kindern sogar möglich, Begründungen zu formulieren, warum sie gerade diesen oder jenen Klang für ein bestimmtes Gefühl ausgewählt hatten.
Nachdem wir uns für alle unsere ausgewählten Darstellungen auf einen gemeinsamen musikalischen Ausdruck einigen konnten, haben wir mit den Kindern noch mehrere Spielsequenzen durchgeführt – sie konnten dabei kurze Geschichten musikalisch umsetzen, was sie mit großer Freude und kreativen Ideen durchgeführt haben.
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de
Bericht Nr. 9 „Trommeln ist Leben“
Im Rahmen einer Ferienbetreuung habe ich mit Frau Berges drei Tage lang mit Grundschulkindern im Alter von 6 bis 10 Jahren an dem Thema „Trommeln ist Leben- Thematisierung durch Musik“ gearbeitet.
Das Thema „Häusliche Gewalt“ wurde behutsam mit Hilfe einer Geschichte behandelt. Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfe wurden aufgezeigt. Trotz des jungen Alters der Kinder war ein reflektierendes Gespräch über diese Phase möglich und die Kinder haben auf unsere Fragen ihre Gefühle bei diesem sensiblen Thema durchaus benennen können.
Es war unser Ziel, das Bewusstsein der Kinder für ihre eigenen Gefühle zu schärfen und ihnen mit ihrer Stimme und verschiedenen Musikinstrumenten eine Möglichkeit des Ausdrückens für ihre Gefühle anzubieten. Ich-Stärkung stand im Mittelpunkt unserer Arbeit.
In ihrer Mitteilungsfreude haben die Kinder auch gerne über Gefühle berichtet, die ihnen bekannt sind. So hatten wir bald eine Bandbreite von Gefühlen zusammengesammelt; die von den Kindern genannten Gefühle haben wir durch die mitgebrachten Abbildungen festgehalten, indem wir die verschiedenen Darstellungen an die Wand hefteten.
Im Folgenden baten wir die Kinder, die vielfältigen Instrumente, die wir mitgebracht hatten (Trommeln, Gongs, Becken, Waterphone, Vibraphon, Winddreher, Oceandrum, Flöten u.v.a.), einfach auszuprobieren und darauf zu spielen. Durch den hohen Aufforderungscharakter der Instrumente und wegen des jungen Alters der Kinder waren sie im positiven Sinne „hemmungslos“ und es entstand eine lang andauernde Phase, indem sie mit großer Freude drauf losgespielt haben und sich mit den unterschiedlichen Klängen vertraut gemacht haben. Es war den Kindern deutlich anzusehen, dass sie dabei neben dem Experimentieren mit den Klängen und dem Ausprobieren der Instrumente unbewusst unterschiedlichste Gefühle zum Ausdruck brachten.
Im weiteren Verlauf der Einheit haben wir dann auf die ausgewählten Darstellungen der Gefühle, die wir ja an der Wand fixiert hatten, zurückgegriffen und haben mit den Kindern gemeinsam Instrumente und Klänge ausgewählt, um die verschiedenen Gefühle auszudrücken. Es war vielen Kindern sogar möglich, Begründungen zu formulieren, warum sie gerade diesen oder jenen Klang für ein bestimmtes Gefühl ausgewählt hatten.
Nachdem wir uns für alle unsere ausgewählten Darstellungen auf einen gemeinsamen musikalischen Ausdruck einigen konnten, haben wir mit den Kindern noch mehrere Spielsequenzen durchgeführt – sie konnten dabei kurze Geschichten musikalisch umsetzen, was sie mit großer Freude und kreativen Ideen durchgeführt haben.
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de
Bericht Nr. 10 „Raus ins Leben “
3 Tage lang haben wir zusammen mit einem Sozialarbeiter und mit einer Gruppe Jugendlicher im Alter von 13- 17 Jahren an dem Thema „ Raus ins Leben“ gearbeitet. Unser besonderes Augenmerk lag auf der Thematik des Umgangs mit häuslicher Gewalt. Was ist häusliche Gewalt, von wem kann sie ausgehen, wie gehen wir damit um, wo gibt es von außen Hilfe etc. waren Fragen, mit denen sich die Jugendlichen engagiert auseinander setzten.
Unser Ziel war es, die Jugendlichen darin zu stärken, Gefühle wahrnehmen, erkennen und benennen zu können und sie in die Lage zu versetzen, die musikalische Umsetzung von Gefühlen als eine Möglichkeit des Ausdrucks von Gefühlen kennen zu lernen.
Dabei stellten wir die Frage, wie wir mit Aggressionen umgehen können, in den Vordergrund und haben daran gearbeitet, wie wir die eher aggressiven Gefühlen in einen „friedlichen“ Ausdruck bringen können. Dazu haben wir die Jugendlichen mit einem spielerischen Umgang verschiedener Percussioninstrumente ( Trommeln, Gongs, Becken, Waterphone, Vibrafon, Winddreher, Oceandrum, Flöten u.a.) bekannt gemacht, um ihnen musikalisches Handeln und Erleben als eine Möglichkeit des Ausdrucks von Gefühlen vorzustellen.
Zunächst haben wir mit den Jugendlichen anhand unterschiedlicher Darstellungen mehrere Gefühle benannt und mit ihnen gemeinsam darüber gesprochen, ob und wie sie diese Gefühle erleben und ob, bzw. wie sie ihnen Ausdruck verleihen können.
An Fallbeispielen präsentierten die Jugendlichen in Rollenspielen die ihnen bekannten Verhaltensmuster im Ausdruck der zuvor besprochenen Gefühle. Im Folgenden haben wir mit den Jugendlichen an den Musikinstrumenten gearbeitet und sie im experimentellen Spielen erproben lassen, welche Darstellungsmöglichkeiten zum Ausdruck der Gefühle sie an den Instrumenten entwickeln.
Mit viel Konzentration und Freude entwickelten die Jugendlichen kreative musikalische Ideen, um die Bandbreite ihrer Gefühle auszudrücken. Es entstanden spannende Sequenzen, dabei nahmen die Kinder die Möglichkeit wahr, ihren Gefühlen im Einzelnen aber auch im Kontakt mit Anderen Ausdruck zu verleihen. In einer Geschichte, die die Jugendlichen musikalisch darstellten, wurde abschließend ein breites Spektrum an Gefühlen mit Hilfe der unterschiedlichsten Instrumente dargestellt.
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de und Juk-Haus Ahlen Urim Kodzadziku Im Burbecksort 7 59229 Ahlen
Bericht Nr. 11 „Auf dem Weg zu mir -Thematisierung durch Musik“
A n 4 Tagen habe ich zusammen mit der Ganztagsbetreuung Frau Gebhard im Rahmen des offenen Ganztags an der Liebig Grundschule Dortmund mit SchülerInnen aus der 1.-4.. Klasse an dem Thema „Auf dem Weg zu mir - Thematisierung durch Musik“ gearbeitet.
Das Thema „Häusliche Gewalt“ wurde behutsam mit Hilfe einer Geschichte behandelt. Möglichkeiten der Unterstützung und Hilfe wurden aufgezeigt. Es war unser Ziel, das Bewusstsein der Kinder für ihre eigenen Gefühle zu schärfen und ihnen mit ihrer Stimme und verschiedenen Musikinstrumenten eine Möglichkeit des Ausdrückens für ihre Gefühle anzubieten. Dabei sollten die Freude am alleinigen und gemeinsamen Singen und Musizieren im Mittelpunkt stehen.
Wir begannen mit dem Erlernen des indianischen Kinderliedes „Navajo Stone Game“ und dem Einüben des dazugehörigen Spieles. Es handelt sich dabei um ein recht archaisches indianisches Lied mit einem ausgesprochen fröhlichen Spielablauf, indem Steine in einem bestimmten Bewegungsablauf von Hand zu Hand immer im Kreis wandern, dabei werden die Bewegungen und der Gesang der Kinder immer schneller, bis der Kreislauf meist unter großem Gelächter der Beteiligten zusammenbricht. Trotz des jungen Alters der Kinder war ein reflektierendes Gespräch über diese Phase möglich und die Kinder haben auf unsere Fragen ihre Gefühle bei diesem Spiellied durchaus benennen können. In ihrer Mitteilungsfreude haben die Kinder auch gerne über Gefühle berichtet, die ihnen bekannt sind, die sie aber im Verlauf des Spielliedes nicht erlebt hatten. So hatten wir bald eine Bandbreite von Gefühlen zusammengesammelt; die von den Kindern genannten Gefühle haben wir durch die mitgebrachten Abbildungen festgehalten, indem wir die verschiedenen Darstellungen an die Wand hefteten.
Im Folgenden baten wir die Kinde, die vielfältigen Instrumente, die wir mitgebracht hatten (Trommeln, Gongs, Becken, Waterphone, Vibraphon, Winddreher, Oceandrum, Flöten u.v.a.), einfach auszuprobieren und darauf zu spielen. Durch den hohen Aufforderungscharakter der Instrumente und wegen des jungen Alters der Kinder waren sie im positiven Sinne „hemmungslos“ und es entstand eine lang andauernde Phase, indem sie mit großer Freude drauf losgespielt haben und sich mit den unterschiedlichen Klängen vertraut gemacht haben. Es war den Kindern deutlich anzusehen, dass sie dabei neben dem Experimentieren mit den Klängen und dem Ausprobieren der Instrumente unbewusst unterschiedlichste Gefühle zum Ausdruck brachten.
Im weiteren Verlauf der Einheit haben wir dann auf die ausgewählten Darstellungen der Gefühle, die wir ja an der Wand fixiert hatten, zurückgegriffen und haben mit den Kindern gemeinsam Instrumente und Klänge ausgewählt, um die verschiedenen Gefühle auszudrücken. Es war vielen Kindern sogar möglich, Begründungen zu formulieren, warum sie gerade diesen oder jenen Klang für ein bestimmtes Gefühl ausgewählt hatten.
Nachdem wir uns für alle unsere ausgewählten Darstellungen auf einen gemeinsamen musikalischen Ausdruck einigen konnten, haben wir mit den Kindern noch mehrere Spielsequenzen durchgeführt – sie konnten dabei kurze Geschichten musikalisch umsetzen, was sie mit großer Freude und kreativen Ideen durchgeführt haben.
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung: c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de und Frau Gebhard (Leiterin des offenen Ganztags) Liebig Grundschule Essenerstr.7 44139 Dortmund
Bericht Nr. 12 „Himmelhoch jauchzend- zu Tode betrübt- Thematisierung durch Musik“
Im Rahmen einer Lehrerfortbildung in Dinslaken habe ich drei Tage lang mit Grundschullehrern und-lehrerinnen an dem Thema „Himmelhoch jauchzend- zu Tode betrübt- Thematisierung durch Musik“ gearbeitet. Ziel war, das Bewusstsein der LehrerInnen für das Themengebiet „Häusliche Gewalt“ zu sensibilisieren und ihnen ressourcenorientierte Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die zur Stärkung der von ihnen unterrichteten Kinder führen können.
Im ersten Teil der Fortbildung arbeiteten wir an dem Thema „Häusliche Gewalt“
Was kennzeichnet häusliche Gewalt?
Wie gehe ich als LehrerIn damit um?
Welche institutionelle Hilfen gibt es?
Wie erkenne ich traumatisierte Kinder? etc.
Im zweiten Teil ging es um Ich-Stärkung der Schüler, Sensibilisierung für die eigenen Gefühle und deren Darstellung.
Konkrete Handlungsmöglichkeiten wurden aufgezeigt:
Gongs, Becken, Waterphone, Vibraphon, Winddreher, Oceandrum, Flöten u.v.a.).
Dazu wurde von mir die Handhabung/ Spieltechnik der einzelne Instrumente ausführlich beschrieben und erläutert, um anschließend in Spielsequenzen erprobt und geübt zu werden. Die einzelnen Spielabläufe wurden genauso durchgeführt, als wenn sie mit SchülerInnen im Grundschulalter gespielt würden, sodass eine direkte Übertragung in Unterricht möglich ist. Im Mittelpunkt stand das Aufeinander Eingehen – Zuhören und Antworten – nur mit musikalischen Mitteln. Es entstanden interessante und vielfältige Spielsequenzen, in denen sich die Partner intensiv mit den Gefühlen beschäftigten. In einer Präsentationsphase wurden die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Gefühle dargestellt - interessant war es hierbei zu sehen, wie viele verschiedene Ausdrucks- und damit Umgangsmöglichkeiten es für ein und dasselbe Gefühl geben kann!
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung: c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de
Bericht Nr. 13 „Du und ich. Gemeinsam spielen – lernen - fühlen- Thematisierung durch Musik“
Im Rahmen einer Erzieherinnenfortbildung habe ich drei Tage lang mit Erzieherinnen an dem Thema „Du und ich. Gemeinsam spielen – lernen – fühlen -, Gewalt - Thematisierung durch Musik“ gearbeitet. Ziel war, das Bewusstsein der Erzeiherinnen für das Themengebiet „Häusliche Gewalt“ zu sensibilisieren und ihnen ressourcenorientierte Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die zur Stärkung der von ihnen begleiteten Kinder führen können. Im ersten Teil der Fortbildung arbeiteten wir an dem Thema „Häusliche Gewalt“
Was kennzeichnet häusliche Gewalt?
Wie gehe ich als Erzieherin damit um?
Welche institutionelle Hilfen gibt es?
Wie erkenne ich traumatisierte Kinder? etc.
Im zweiten Teil ging es um Ich-Stärkung der Schüler, Sensibilisierung für die eigenen Gefühle und deren Darstellung.
Konkrete Handlungsmöglichkeiten wurden aufgezeigt:
Dazu wurde von mir die Handhabung/ Spieltechnik der einzelne Instrumente ausführlich beschrieben und erläutert, um anschließend in Spielsequenzen erprobt und geübt zu werden. Die einzelnen Spielabläufe wurden genauso durchgeführt, als wenn sie mit SchülerInnen im Grundschulalter gespielt würden, sodass eine direkte Übertragung in Unterricht möglich ist. Im Mittelpunkt stand das Aufeinander Eingehen – Zuhören und Antworten – nur mit musikalischen Mitteln. Es entstanden interessante und vielfältige Spielsequenzen, in denen sich die Partner intensiv mit den Gefühlen beschäftigten. In einer Präsentationsphase wurden die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Gefühle dargestellt - interessant war es hierbei zu sehen, wie viele verschiedene Ausdrucks- und damit Umgangsmöglichkeiten es für ein und dasselbe Gefühl geben kann!
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung: c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de
Bericht Nr. 14 „Gemeinsam spielen - gemeinsam wachsen - Thematisierung durch Musik“
Im Rahmen einer Eltern Kind Gruppe habe ich zwei Tage lang mit Kindern im Alter von 6-9 Jahren und deren Eltern an dem Thema „Gemeinsam spielen - gemeinsam wachsen - Thematisierung durch Musik“ gearbeitet. Es war unser Ziel, das Bewusstsein der Kinder und der Eltern für ihre eigenen Gefühle zu schärfen und ihnen mit ihrer Stimme und verschiedenen Musikinstrumenten eine Möglichkeit des Ausdrückens für ihre Gefühle anzubieten. Zudem wollten wir die Beteiligten mit einer anderen Art des Miteinander Kommunizierens bekannt machen. Vor allem aber sollte die Freude am alleinigen und gemeinsamen Singen und Musizieren im Mittelpunkt stehen.
Wir begannen mit dem Erlernen des indianischen Kinderliedes „Navajo Stone Game“ und dem Einüben des dazugehörigen Spieles. Es handelt sich dabei um ein recht archaisches indianisches Lied mit einem ausgesprochen fröhlichen Spielablauf, indem Steine in einem bestimmten Bewegungsablauf von Hand zu Hand immer im Kreis wandern, dabei werden die Bewegungen und der Gesang der Kinder immer schneller, bis der Kreislauf meist unter großem Gelächter der Beteiligten zusammenbricht. Obwohl eine insgesamt sehr schöne, entspannte Atmosphäre herrschte, kam es durch den Ehrgeiz einiger Kinder zu kleinen Streitereien mit ihren Eltern – denn die Kinder zeigten sich zum Teil sehr geschickt und schnell – und es waren eher einige Eltern, die den Kreis zum Erliegen brachten.
In einem reflektierenden Gespräch äußerten sich Eltern und Kinder und konnten ihre Gefühle von Spaß, Freude, bis hin zu Verärgerung und Enttäuschung (über den unterbrochenen Spielfluss) gut benennen.
In ihrer Mitteilungsfreude haben besonders die Kinder auch gerne über Gefühle berichtet, die ihnen bekannt sind, die sie aber im Verlauf des Spielliedes nicht erlebt hatten. So hatten wir bald eine Bandbreite von Gefühlen zusammengetragen; es war für die Gruppe auch leicht möglich, die mitgebrachte Abbildungen den genannten Gefühlen zuzuordnen.
Im Folgenden bat ich die Kinder und Eltern, die vielfältigen Instrumente, die wir mitgebracht hatten (Trommeln, Gongs, Becken, Waterphone, Vibraphon, Winddreher, Oceandrum, Flöten u.v.a.), einfach auszuprobieren und darauf zu spielen. Durch den hohen Aufforderungscharakter der Instrumente waren sie im positiven Sinne „hemmungslos“ und es entstand eine lang andauernde Phase, indem sie mit großer Freude drauf losgespielt haben und sich mit den unterschiedlichen Klängen vertraut gemacht haben.
Nach der Ausprobierphase bat ich die Kinder, sich mit ihren Eltern und Instrumenten ihrer Wahl zusammenzusetzen und sich eine der Abbildungen mit den dargestellten Gefühlen auszusuchen. Ich bat sie, im Folgenden, auf der Grundlage des gewählten Gefühls musikalisch miteinander „in’s Gespräch zu kommen“. Dabei waren Absprachen über reale oder fiktive Situationen erlaubt – diese konnten dann musikalisch dargestellt werden. Im Mittelpunkt sollte aber das Aufeinander Eingehen – Zuhören und Antworten – stehen, und das ohne Worte, eben nur mit musikalischen Mitteln. Es entstanden interessante und vielfältige Spielsequenzen, in denen sich die Partner intensiv mit den Gefühlen beschäftigten. In einer Präsentationsphase wurden die vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der Gefühle dargestellt - interessant war es hierbei zu sehen, wie viele verschiedene Ausdrucks- und damit Umgangsmöglichkeiten es für ein und dasselbe Gefühl geben kann! Insgesamt zeigten die Kinder mit ihren Eltern viel Mut, sich darzustellen und hatten nach anfänglicher Scheu auch viel Freude beim Experimentieren mit den Instrumenten. Zwischendurch habe ich mit ihnen einen einfachen Groove eingeübt, so dass am Schluss neben den Spielszenen auch ein gemeinsames Stück gespielt werden konnte.
Kontakt: Purpur Projekt e.V zur Förderung von Kreativität und künstlerischer Bildung: c/o Arinya Berges Nienburgstr.148 48147 Münster Telefon: 0251-778202 Mail: Arinya.Berges@gmx.de
Bericht Nr. 15 Häusliche Gewalt- Nein heißt Nein und Stopp ist Stopp
Mädchen und Frauen mit einer geistigen Behinderung werden eher zur Anpassung erzogen. Gefühlmäßig wissen sie eigentlich , was ihnen gut tut und wo eine Grenze überschritten wird. Aber aufgrund ihrer Behinderung können sie sich im Umgang mit anderen Menschen nicht gut verbalisieren und sind sich nicht sicher, ob sie sich wehren dürfen. Deshalb wurde das Seminar ausgeschrieben, um Mädchen und Frauen mit einer geistigen Behinderung in ihrer Haltung zu stärken, dass sie ein Recht haben sich und ihren Körper zu schützen und um in Übungen Selbstbehauptungstechniken ein zu üben . Die Teilnehmerinnen (Mädchen und Frauen mit einer geistigen Behinderung) haben sich zunächst einmal darüber gewundert, dass alle Anwesenden Erfahrungen mit schwierigen Situationen gemacht haben und nicht jede dies nur allein erlebt. In dem Seminar haben sie in vielen Übungen den Einsatz ihrer Stimme und ihres Körpers trainiert. In Rollenspielen konnten sie Alltagssituationen nachempfinden und ausprobieren, anders zu handeln. Alle waren erstaunt darüber, wie viel Energie sie doch besitzen. Das war etwas ganz Neues, die eigene Kraft zu spüren. Sie haben gelernt, Stopp und Nein zu sagen und zwar so, dass es als Nein und Stopp wahr genommen wird. Die zwei Tage haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die Teilnehmerinnen selbstbewusster wurden.
Kontakt: Eva Beeres-Fischer ( Referentin des Amtes für Jugendarbeit der EkvW für inklusive Pädagogik) Ev. Jugendbildungsstätte Nordwalde Bispuingallee 15 48356 Nordwalde
Bericht Nr. 16 „Gewalt tut weh – … am Körper oder am Herzen“
Das „Bündnis für Erziehung im Kreis Gütersloh“ entwickelt seit vielen Jahren eine gute Zusammenarbeit von Verantwortlichen aus Schulen, Jugendarbeit, Kirche und Polizei u.a. zur Gewaltprävention. Eine dabei entwickelte und erfolgreiche Arbeitsform ist die „Eltern-AG“. Im Rahmen einer wöchentlichen Schulstunde praktizieren Eltern – zunächst im Rahmen einer halbjährlichen, fachlichen Begleitung das, was im Lehrplänen „soziales Lernen“ genannt wird.
Im abgelaufenen Schulhalbjahr haben sich einige der Schulklassen – initiiert durch den Impuls des Projekts Rosenstraße 76 – besonders mit dem Thema der häuslichen Gewalt beschäftigt. Im Rahmen eines unter den Fachleuten abgestimmten Rahmenprogramms ging es dabei im Rahmen von Spielen und Übungen zunächst darum, mit den Kindern und Jugendlichen Formen der (auch häuslicher) Gewalt zu erkennen und benennen zu können. Erstaunlich war für viele der begleitenden Eltern, wie einfach Kinder den Gewaltbegriff füllen, denn Gewalt „tut weh“ – sei es nun „am Körper“ (physisch) oder „am Herzen“ (psychisch).
Aus dieser Erkenntnis konnten dann regelmäßig (Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen) im Rahmen von Übungen zur Wahrnehmung, Sensibilisierung und Kommunikation Erkenntnisse über die Grenzen der eigenen Person und von Anderen mit allen Sinnen abgeleitet werden. Erkenntnisse über das eigene (Selbstwert-)Gefühl konnten übertragbar gemacht werden auch auf andere Personen, was einerseits Mitleidsempfindungen erzeugen kann und so Hilfsangebote für andere Menschen selbstverständlicher werden ließ. Andererseits erschloss sich dadurch aber auch für das (gefühlte) „Opfer“ regelmäßig ein erleichterter Zugang zum Hilfe-Holen und Hilfe-Annehmen.
Im Rahmen der Entwicklung von Schutzfaktoren wurden die Kinder und Jugendlichen auch gebeten, zu beschreiben, was nach ihrer Einschätzung und Erfahrung helfen könne, Formen der (häuslichen) Gewalt zu mindern. Sehr häufig ergaben sich Rückmeldungen, die unter die Überschriften „Anerkennung und Wertschätzung“ passten. Daneben ergaben sich auch regelmäßig Entdeckungen in den Bereich der Selbstbehauptung, z.B. durch Körpersprache-Training.
Zwei Besonderheiten seien zum Abschluss erwähnt: Zum einen ergab eine im Rahmen von Fallstudienarbeiten der Uni Bielefeld in den beteiligten sechsten Klassen durchgeführte Evaluation des (Eltern-AG-)Programms signifikante positive Veränderungen bei den Schülerinnen und Schülern. Daneben dürfte der Einfluss auf die beteiligten Elternteile (pro Klasse mindestens sechs) nicht zu unterschätzen sein. Überdurchschnittlich häufig ergaben sich Rückmeldungen persönlicher Weiterentwicklungen aus dem genannten Personenkreis. Das vorliegende Bild zeigt die Klasse 1 b, der GS Lindenschule, Halle
Kontakt: Heike Schlingplässer-Dotzki, Titanweg 22, 33334 Gütersloh e-mail: ahdotzki@t-online.de
Bericht Nr. 17 Wahrnehmung, Sensibilisierung und Kommunikation
Im a bgelaufenen Schulhalbjahr haben sich einige der Schulklassen der Marienschule in Marienfeld – initiiert durch den Impuls des Projekts Rosenstraße 76 – besonders mit dem Thema der häuslichen Gewalt beschäftigt. Im Rahmen eines unter den Fachleuten abgestimmten Rahmenprogramms ging es dabei im Rahmen von Spielen und Übungen zunächst darum, mit den Kindern und Jugendlichen Formen der (auch häuslicher) Gewalt zu erkennen und benennen zu können. Erstaunlich war für viele der begleitenden Eltern, wie einfach Kinder den Gewaltbegriff füllen, denn Gewalt „tut weh“ – sei es nun „am Körper“ (physisch) oder „am Herzen“ (psychisch).
Aus dieser Erkenntnis konnten dann regelmäßig (Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen) im Rahmen von Übungen zur Wahrnehmung, Sensibilisierung und Kommunikation Erkenntnisse über die Grenzen der eigenen Person und von Anderen mit allen Sinnen abgeleitet werden. Erkenntnisse über das eigene (Selbstwert-)Gefühl konnten übertragbar gemacht werden auch auf andere Personen, was einerseits Mitleidsempfindungen erzeugen kann und so Hilfsangebote für andere Menschen selbstverständlicher werden ließ. Andererseits erschloss sich dadurch aber auch für das (gefühlte) „Opfer“ regelmäßig ein erleichterter Zugang zum Hilfe-Holen und Hilfe-Annehmen.
Im Rahmen der Entwicklung von Schutzfaktoren wurden die Kinder und Jugendlichen auch gebeten, zu beschreiben, was nach ihrer Einschätzung und Erfahrung helfen könne, Formen der (häuslichen) Gewalt zu mindern. Sehr häufig ergaben sich Rückmeldungen, die unter die Überschriften „Anerkennung und Wertschätzung“ passten. Daneben ergaben sich auch regelmäßig Entdeckungen in den Bereich der Selbstbehauptung, z.B. durch Körpersprache-Training.
Zwei Besonderheiten seien zum Abschluss erwähnt: Zum einen ergab eine im Rahmen von Fallstudienarbeiten der Uni Bielefeld in den beteiligten sechsten Klassen durchgeführte Evaluation des (Eltern-AG-)Programms signifikante positive Veränderungen bei den Schülerinnen und Schülern. Daneben dürfte der Einfluss auf die beteiligten Elternteile (pro Klasse mindestens sechs) nicht zu unterschätzen sein. Überdurchschnittlich häufig ergaben sich Rückmeldungen persönlicher Weiterentwicklungen aus dem genannten Personenkreis. Das vorliegende Bild zeigt die Klasse 2 c der Marienschule in Marienfeld.
Kontakt: Heike Schlingplässer-Dotzki Titanweg 22 33334 Gütersloh
Bericht Nr. 18 „Selbstbehauptungstraining für Mädchen“
Ide e: Im Rahmen unseres integrativen Mädchentreffs ist die Idee entstanden einen Selbstbehauptungskurs für Mädchen anzubieten. Es handelt sich bei dem Treff um ein wöchentlich stattfindendes Angebot für Mädchen mit und ohne Behinderungen zwischen 11 und 18 Jahren. Auch im Rahmen der Elternarbeit ist das Thema Gewalt, Anmache und Bedrohungen gegenüber den Mädchen mehrfach angesprochen worden. Vor allem auch die Mädchen mit Behinderungen stehen bedrohlichen Situationen oft hilflos gegenüber. So ist die Idee entstanden in Form eines Selbstbehauptungskurses die Sensibilität der Mädchen gegenüber diesem Thema zu erhöhen, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und ihnen Instrumentarien an die Hand zu geben, ihre eigenen Grenzen klar zu machen und sich zu wehren.
Projektverlauf: Für die Durchführung der Maßnahme konnten wir „Selbstbehauptung Köln“ gewinnen, die über große Erfahrung im Bereich Selbstsicherheits- und Anti-Gewaltraining verfügen. Das Projekt wurde an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in den Herbstferien durchgeführt. Teilgenommen haben zwölf Mädchen (vier mit und acht ohne Behinderungen) im Alter von 10 bis 18 Jahren. Nach einer Einführung die sich mit dem Thema Gewalt und häüsliche Gewalterfahrungen generell auseinandersetzte und einem Teil in dem die Mädchen ihre eigenen Erfahrungen schilderten, kam es zu praktischen Übungen (z.B. der Stimme, der Haltung) sowie dem Erlernen einiger Verteidigungsgriffe.
Fazit: Die Mädchen zeigten sich nach dem Kurs sehr begeistert und es entstand die Überlegung im nächsten Jahr einen weiteren Kurs anzubieten.
Kontakt: Haus der Offenen Tür Porz e.V. Ohmstrasse 83 51145 Köln-Porz Telefon: (02203) 291261 E-Mail: daniela.dahmann@ot-ohmstrasse.org
Bericht Nr. 19 der Theatergruppe Arche Nova
I ch musste mich zunächst selbst mit dem Thema „Hässliche Gewalt“ befassen. Das tat ich mit Hilfe der Bücher und der Gespräche. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema mit den Kindern fand in den Gesprächen und dem Nachspielen statt. Die Kinder konnten die Situation der Aschenputtel nachvollziehen und die eigenen Erfahrungen hinein bringen. Der zeitliche Rahmen war von Anfang an klar. Dieser stimmte nicht mit dem Aufwand, dem Umfang des Theaterstückes überein. Wir hätten noch mehr Zeit gebraucht. Die Kinder haben tolle Arbeit geleistet. Sie habe die Texte zu Hause einstudiert. Das hat die Weiterentwicklung positiv beeinflusst. Die Kinder aus der Theatergruppe waren zum Teil hoch motiviert. Andere wiederum waren unregelmäßig da. Es war für mich schwer alle Kinder dazu zu bringen regelmäßig zu kommen. Es waren aber auch welche dabei, die immer da waren. Die Aufführung an sich war in diesem Kontext gelungen. Die Kinder waren aufgeregt und innerlich angespannt. Wir hatten viele Zuschauer. Diese waren Kindern, Jugendlichen, teilweise auch Eltern und andere Mitarbeiter. In der Abschlussrunde haben die Kinder zurückgemeldet, dass sie gerne ein weiteres Theaterstück machen würden und haben auch schon ganz viele Ideen, was wir dann machen könnten.
Kontakt: OT Arche Nova M.Morschel Theodor Heuss Str. 18 51149 Köln
Bericht Nr. 20 Anerkennung und Wertschätzung
I m ersten Schulhalbjahr 2009 haben sich einige der Schulklassen der Grundschule Isselhorst – initiiert durch den Impuls des Projekts Rosenstraße 76 – besonders mit dem Thema der häuslichen Gewalt beschäftigt. Im Rahmen eines unter den Fachleuten abgestimmten Rahmenprogramms ging es dabei im Rahmen von Spielen und Übungen zunächst darum, mit den Kindern und Jugendlichen Formen (auch häuslicher) Gewalt zu erkennen und benennen zu können. Erstaunlich war für viele der begleitenden Eltern, wie einfach Kinder den Gewaltbegriff füllen, denn Gewalt „tut weh“ – sei es nun „am Körper“ (physisch) oder „am Herzen“ (psychisch).
Aus dieser Erkenntnis konnten dann regelmäßig (Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen) im Rahmen von Übungen zur Wahrnehmung, Sensibilisierung und Kommunikation Erkenntnisse über die Grenzen der eigenen Person und von Anderen mit allen Sinnen abgeleitet werden. Erkenntnisse über das eigene (Selbstwert-)Gefühl konnten übertragbar gemacht werden auch auf andere Personen, was einerseits Mitleidsempfindungen erzeugen kann und so Hilfsangebote für andere Menschen selbstverständlicher werden ließ. Andererseits erschloss sich dadurch aber auch für das (gefühlte) „Opfer“ regelmäßig ein erleichterter Zugang zum Hilfe-Holen und Hilfe-Annehmen.
Im Rahmen der Entwicklung von Schutzfaktoren wurden die Kinder und Jugendlichen auch gebeten, zu beschreiben, was nach ihrer Einschätzung und Erfahrung helfen könne, Formen der (häuslichen) Gewalt zu mindern. Sehr häufig ergaben sich Rückmeldungen, die unter die Überschriften „Anerkennung und Wertschätzung“ passten. Daneben ergaben sich auch regelmäßig Entdeckungen in den Bereich der Selbstbehauptung, z.B. durch Körpersprache-Training.
Zwei Besonderheiten seien zum Abschluss erwähnt: Zum einen ergab eine im Rahmen von Fallstudienarbeiten der Uni Bielefeld in beteiligten Klassen durchgeführte Evaluation des (Eltern-AG-)Programms signifikante positive Veränderungen bei den Schülerinnen und Schülern. Daneben dürfte der Einfluss auf die beteiligten Elternteile (pro Klasse mindestens sechs) nicht zu unterschätzen sein. Überdurchschnittlich häufig ergaben sich Rückmeldungen persönlicher Weiterentwicklungen aus dem genannten Personenkreis.
Das vorliegende Bild zeigt die Klasse 2b der GS Isselhorst bei intensiver Diskussion des Problems, wie viel Nähe erträglich ist zum Erreichen (scheinbar) unerreichbarer Ziele.
Kontakt: Bündnis für Erziehung im Kreis Gütersloh c/o Carl W. Borgstedt Herzebrocker Straße 142, 33334 Gütersloh Tel. 05241/8691870 carl-wilhelm.borgstedt@polizei.nrw.de
Bericht Nr. 21 Hilfe-Holen und Hilfe-Annehmen
In Gütersloh entwickelt sich seit vielen Jahren eine gute Zusammenarbeit von Verantwortlichen aus Schulen, Jugendarbeit, Kirche und Polizei u.a. zur Gewaltprävention. Eine dabei entwickelte und erfolgreiche Arbeitsform ist die der Aus- und Fortbildung von Multiplikator/innen. Einerseits sind das Menschen, die sich aus Gründen ihres Berufes um das Thema Gewalt kümmern, zum anderen aber auch solche, die das tun aus Gründen einer Berufung, nämlich als ehrenamtlich Tätige und besonders auch als Eltern. Für diesen Personenkreis bieten wir regelmäßig zwei- bis dreitägige Workshops an, innerhalb derer auch das eigene Methodenrepertoire erweitert werden soll. Im Rahmen einer Diplomarbeit an der Universität Bielefeld wurde diese Arbeitsform evaluiert, wobei positive Effekte belegt werden konnten. In diesem Jahr wurde - initiiert durch das Projekt „Rosenstraße 76“ – von den Verantwortlichen ein Schwerpunkt bei der Bearbeitung des Themas der „häuslichen Gewalt“ gesetzt.
Das Programm basiert auf spielerischen Impulsen zur Thematisierung des vielschichtigen Bereiches der Gewalt; mit allen Sinnen sollen die Teilnehmer/-innen Erfahrungen machen und im doppelten Sinne „begreifen“ können. Zunächst geht es darum, unterschiedliche Formen (auch häuslicher) Gewalt zu erkennen und zu benennen. Schnell wird klar, dass die Fokussierung auf die Sicht des Leidenden (des „Opfers“) den sonst oft sperrigen Gewaltbegriff ganz leicht erfassbar macht, denn Gewalt „tut weh“ – sei es nun „am Körper“ (physisch) oder „in der Seele“ (psychisch). Auch die häufig integrierte Machtkomponente beim „Täter“ lässt sich durch entsprechende Übungen schnell und hautnah fühlbar machen.
Aus dieser neuen Position können dann im Rahmen von Übungen zur Wahrnehmung, Sensibilisierung und Kommunikation neue Erkenntnisse über die Grenzen der eigenen Person und von Anderen mit allen Sinnen abgeleitet werden. Neue Erfahrungen mit dem eigenen (Selbstwert-)Gefühl können übertragbar gemacht werden auch auf andere Personen, was einerseits Mitleidsempfindungen erzeugen kann und so Hilfsangebote für andere Menschen selbstverständlicher werden lässt. Andererseits erschließt sich dadurch aber auch für das (gefühlte) „Opfer“ regelmäßig ein erleichterter Zugang zum Hilfe-Holen und Hilfe-Annehmen. Daneben ergaben sich auch regelmäßig Entdeckungen in den Bereich der Selbstbehauptung, z.B. durch Körpersprache-Training.
Bei der Frage nach wirksamen Schutzfaktoren vor (häuslicher) Gewalt wird schnell klar, dass Machtkreisläufe eher von außen durchbrochen werden können und daher Aufmerksamkeit zu fördern ist ebenso wie die Bereitschaft zur und das Wissen um deeskalierende Möglichkeiten der Intervention. Die Bilder zeigen eine Multiplikatoren-Gruppe im Haus Villigst bei einer Übung zur Kooperation in (scheinbar) aussichtsloser Lage bzw. bei einer (scheinbar) unlösbaren Aufgabe.
Kontakt: Bündnis für Erziehung im Kreis Gütersloh c/o Carl W. Borgstedt Herzebrocker Straße 142, 33334 Gütersloh Tel. 05241/8691870 carl-wilhelm.borgstedt@polizei.nrw.de
Bericht Nr. 22 Die Faszination von Gewalt
Multiplikator/innen in der Gewaltprävention sind Menschen, die sich z.B. aus Gründen ihres Berufes um das Thema Gewalt kümmern, zum anderen aber auch solche, die das tun aus Gründen einer Berufung, nämlich als ehrenamtlich Tätige und besonders auch als Eltern. Für diesen Personenkreis bieten wir regelmäßig zwei- bis dreitägige Workshops an, innerhalb derer auch das eigene Methodenrepertoire erweitert werden soll. In diesem Jahr wurde - initiiert durch das Projekt „Rosenstraße 76“ – von den Verantwortlichen ein Schwerpunkt bei der Bearbeitung des Themas der „häuslichen Gewalt“ gesetzt.
Das Programm basiert auf spielerischen Impulsen zur Thematisierung des vielschichtigen Bereiches der Gewalt; mit allen Sinnen sollen die Teilnehmer/-innen Erfahrungen machen und im doppelten Sinne „begreifen“ können. Zunächst geht es darum, unterschiedliche Formen (auch häuslicher) Gewalt zu erkennen und zu benennen. Schnell wird klar, dass die Fokussierung auf die Sicht des Leidenden (des „Opfers“) den sonst oft sperrigen Gewaltbegriff ganz leicht erfassbar macht, denn Gewalt „tut weh“ – sei es nun „am Körper“ (physisch) oder „in der Seele“ (psychisch). Auch die häufig integrierte Machtkomponente beim „Täter“ lässt sich durch entsprechende Übungen schnell und hautnah fühlbar machen.
Aus dieser neuen Position können dann im Rahmen von Übungen zur Wahrnehmung, Sensibilisierung und Kommunikation neue Erkenntnisse über die Grenzen der eigenen Person und von Anderen mit allen Sinnen abgeleitet werden. Neue Erfahrungen mit dem eigenen (Selbstwert-)Gefühl können übertragbar gemacht werden auch auf andere Personen, was einerseits Mitleidsempfindungen erzeugen kann und so Hilfsangebote für andere Menschen selbstverständlicher werden lässt. Andererseits erschließt sich dadurch aber auch für das (gefühlte) „Opfer“ regelmäßig ein erleichterter Zugang zum Hilfe-Holen und Hilfe-Annehmen. Daneben ergaben sich auch regelmäßig Entdeckungen in den Bereich der Selbstbehauptung, z.B. durch Körpersprache-Training.
Bei der Frage nach wirksamen Schutzfaktoren vor (häuslicher) Gewalt wird schnell klar, dass Machtkreisläufe eher von außen durchbrochen werden können und daher Aufmerksamkeit zu fördern ist ebenso wie die Bereitschaft zur und das Wissen um deeskalative Möglichkeiten der Intervention.
Die Bilder zeigen eine (zunächst etwas ratlose?) Multiplikatoren-Gruppe im Haus Düsse beim Versuch einer gemeinsamen Definition von Gewalt im Februar 2009. Auf dem Weg dorthin wurden zuweilen eigene Grenzen und die anderer Menschen deutlich überschritten, was u.a. die „Faszination von Gewalt“ deutlich ins Bewusstsein rückte.
Kontakt: Bündnis für Erziehung im Kreis Gütersloh c/o Carl W. Borgstedt Herzebrocker Straße 142, 33334 Gütersloh Tel. 05241/8691870 carl-wilhelm.borgstedt@polizei.nrw.de
Bericht Nr. 24 und 25 „Gewalt sehen – Gewalt erfahren“.
Kinder und Jugendliche finden in der Schule im Klassenverband eine Sozialstruktur, die von bekannten und akzeptierten Regeln und Normen geprägt ist. Das soziale Miteinander weist feste Eckpunkte und ein berechenbares, weil bekanntes, Verhalten der Gleichaltrigen auf. Im Vergleich zu anderen Orten ist die Schule für Kinder und Jugendliche ein relativ sicherer und geschützter Bereich.
Außerhalb dieses Bereiches gelten die vereinbarten oder gewachsenen Regeln nicht, besonders Gewalterfahrungen, ob selbst als Opfer oder als Beobachter von Partnergewalt, treffen die Kinder und Jugendlichen oft unerwartet. Dies gilt insbesondere, wenn Kinder und Jugendliche auf mehreren Ebenen (Familie, Gleichaltrige, Freizeitbereich, sozialräumliches Umfeld) Belastungen ausgesetzt sind, wenn Gewalterfahrungen aus einem Umfeld kommen, das vertraut ist und dem ein seit früher Kindheit gewachsenes Vertrauen entgegen gebracht wird. Das gilt insbesondere für die Familie, aber auch für Personen, die in unterschiedlichem Umfeld unterschiedliche Verhaltensmuster zeigen („Mein Klassenkamerad verhält sich in unserer Siedlung ganz anders“).
In je einem zweitägigen Projekt (ca. 16 Std.) in den beiden 5. Klassen einer Hauptschule haben wir mit Übungen, Reflexionen, Rollenspielen und szenischem Theater die Teilnehmer/-innen sensibilisiert. Die Teilnehmer/-innen waren in der Lage, gewalthaltiges und gewalttätiges Verhalten, wie es in der Familie und/oder dem sozialräumlichen Umfeld möglich ist, zu erkennen, zu benennen und negativ zu werten. War zu Beginn des Projektes die Konfliktlösungskompetenz noch sehr gering, waren am Ende Ansätze eigener Lösungsstrategien erkennbar und umsetzbar. Außerdem war gut zu erkennen, dass einige Mitschüler die anfänglich noch als Außenseiter galten, im Verlauf des Trainings in die einzelnen Übungen einbezogen wurden und nicht mehr als „Opfer“ für die galten die zu Hause wahrscheinlich selber Opfer waren.
Kontakt: Stefan Carl Pauli Hauptschule Müllingser Weg 31 59494 Soest Tel: 02921-73468
Bericht Nr. 26 und 27 Recht auf Freiheit und körperliche Unversehrtheit
Die Ausstellung „Rosenstrasse 76“ wurde in Dortmund vom 11. Januar bis 7. Februar 2009 in der Evang. Stadtkirche St. Petri gezeigt. In diesem Zeitraum wurden über 30 Schulklassen aller Schulformen durch die Ausstellung „Rosenstrasse 76“ begleitet und mehr als 800 Schülerinnen und Schüler haben sich mit dem Thema „Häusliche Gewalt“ beschäftigt. Möglich war dies durch die enge Kooperation der Evangelischen Frauenarbeit Dortmund-Mitte-Nordost mit den Dozentinnen Barbara Morgenthaler und Frau Prof. Dr. Tahereh Agha vom Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften der Fachhochschule Dortmund. Unter ihrer Leitung entwickelten 20 Studentinnen ein pädagogisches Konzept, explizit für die Begleitung von Schulklassen ab dem 9. Schuljahr.
Die Studentinnen arbeiteten über ein Jahr intensiv zu dem Thema „Häusliche Gewalt“. Neben der Erarbeitung des o.g. pädagogischen Konzeptes entstanden weitere Projektideen zur Begleitung des Ausstellungsprojektes (siehe Berichte zu den Projekten 3-10). Bereits im Vorfeld der Ausstellung, im Dezember 2008, wurden an zwei Dortmunder Hauptschulen vier eintägige Workshops zum Thema „Häusliche Gewalt“ durchgeführt. An der Emscherschule Aplerbeck und der Hauptschule Wickede hatten ca. 60 Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, sich über Informationen, Rollenspiele, Übungen und Diskussionen aktiv mit dem Thema „Häusliche Gewalt und Menschenrechte“ auseinander zu setzen und gleichzeitig zu lernen, dass sie ein Recht auf Freiheit und körperliche Unversehrtheit haben. Einen zweiten Schwertpunkt bot der Workshop durch die Vermittlung von Informationen über Hilfemöglichkeiten und die Entwicklung von gewaltfreien Methoden zum Umgang mit häuslichen Konflikten. Der gemeinsame Besuch der Ausstellung „Rosenstrasse 76“ im Januar 2009 war Bestandteil des Konzeptes.
Kontakt: Pfarrerin Heike Scherer Koordinatorin der Projektgruppe Dortmund „Rosenstrasse 76“ Jägerstr. 5, 44145 Dortmund Telefon: 0231/8494 – 289; eMail: heike.scherer@vkk-do.de
Bericht Nr. 28 und 29 Projektgruppe Dortmund „Rosenstrasse 76“
Der Besuch von insgesamt 30 Schulklassen zur Ausstellung Rosenstrasse 76 wurde unterstützt durch das Schulamt der Stadt Dortmund und das Schulreferat der Vereinigten Kirchenkreise Dortmund, die alle Schulen in ihrem Verantwortungsbereich über das Angebot einer pädagogischen Begleitung des Ausstellungsbesuches informierten. Zu diesem Zweck hatten die Studentinnen einen eigenen Flyer entworfen, mit dem für den Besuch der Ausstellung geworben wurde. Grafisch wurde hier das von den Studentinnen entwickelte Motto „Wir bauen eine ‚Mauer gegen Gewalt’ “ (siehe Berichte zu den Projekten 5 und 6) aufgegriffen. In einem zusätzlichen Anschreiben stellten die Studentinnen die Inhalte ihres Angebotes vor: Einführung in die Ausstellung; Einführung in die Thematik „Häusliche Gewalt“; Ansprechpartnerinnen während der Erkundungsphasen in der Wohnung; Nachbereitung durch die Studentinnen mit den dafür entwickelten Methoden sowie schriftliche Informationen.
Die pädagogische Arbeit der Studentinnen wurde durch die Gesamtprojektgruppe unterstützt, indem bei der Gestaltung der Wohnung mutmaßliche Interessen der Jugendlichen besonders berücksichtigt wurden. So wurde für das Jugendzimmer extra ein fiktives Tagebuch eines ca. 12jährigen Mädchens angefertigt oder für den DVD-Player im Wohnzimmer die empfehlenswerte DVD „Kennst du das auch?“ erworben. Die Jugendlichen wurden ermutigt, sich für die Erkundung der Wohnung Z eit zu nehmen. Während die 34 Texttafeln mit ihren Hintergrundinformationen für die Jugendlichen zu „textlastig“ waren, wurde durch die angepassten Einrichtungselemente die Grundidee des Ausstellungskonzeptes, in einer nachgebauten, ganz normal wirkenden Familienwohnung anhand von alltäglichen Einrichtungsgegenständen die unterschiedlichen Dimensionen von häuslicher Gewalt sichtbar, ja buchstäblich begreifbar/fühlbar zu machen, auch für Jugendliche erfahrbar.
Kontakt: Pfarrerin Heike Scherer Koordinatorin der Projektgruppe Dortmund „Rosenstrasse 76“ Jägerstr. 5, 44145 Dortmund Telefon: 0231/8494 – 289; eMail: heike.scherer@vkk-do.de
Bericht Nr. 30 und 31 „Die Mauer gegen Gewalt“
Eine gemeinsame Nacharbeit im Anschluss an den von Studentinnen begleiteten Ausstellungsbesuch (siehe Bericht zu den Projekten 3 und 4) gehörte zum Grundkonzept. Neben den - auf die individuellen Bedürfnisse der unterschiedlichen Schulformen und Altersgruppen der Jugendlichen abgestimmten - Gesprächsgruppen war die Beteiligung an der Mauer gegen Gewalt ein konstitutiver Bestandteil der Nacharbeit. Zwei „Mauern gegen Gewalt“ entstanden so im Laufe der vierwöchigen Dauer der Ausstellung. Schülerinnen und Schüler formulierten ihre Gedanken und Gefühle zur Ausstellung und hefteten diese in Form von Handabdrücken auf eine Stellwand, die optisch als Mauer zu erkennen war und im Kirchraum ihren Platz hatte. Leitend war dabei ein aufforderndes Plakat: „Schau hin und bilde (d)eine Mauer gegen Gewalt. Wenn ich hinschaue und meine Augen vor Gewalt nicht verschließe, dann kann ich … verändern … dann fühle ich … Jeder Blick ist eine Tat, jede Tat ist ein Stein und jeder Stein ist (d)eine Mauer gegen Gewalt!“
Das Spektrum der Statements reichte von der Aussage, dass die Ausstellung eine Beschreibung des Alltags vieler Jugendlicher sei, dem Ausdruck der eigenen Betroffenheit, der Forderung, dass „Gewalt niemanden widerfahren dürfe“ hin zu Ideen von Handlungsstrategien: „Erkennen – Helfen – Einsetzen!“ Die Botschaft der Jugendlichen war klar: „Wehr dich!“ schrieben sie auf die Mauer gegen Gewalt, und: „Schau nicht weg! Trau dich, was zu sagen“.
Kontakt: Pfarrerin Heike Scherer Koordinatorin der Projektgruppe Dortmund „Rosenstrasse 76“ Jägerstr. 5, 44145 Dortmund Telefon: 0231/8494 – 289; eMail: heike.scherer@vkk-do.de
Bericht Nr. 32 + 33 „Kennst Du das auch?“
G rundlegend für alle Schulklassenbesuche war der von Studentinnen der FH Dortmund begleitete Besuch der Ausstellung (siehe vorherige Berichte). Zumeist erzielte die Ausstellung dabei eine ganz direkte Wirkung auf die Schülerinnen und Schüler. Unmittelbare emotionale Aufmerksamkeit für das Thema wurde z.B durch ein fiktives Tagebuch eines ca. 12jährigen Mädchens geweckt, das seine Gewalterfahrungen in der Familie beschreibt. Mit diesen Gefühlen wurden die Jugendlichen aber nicht allein gelassen. Schon in der Ausstellung selbst wurden Lösungsmöglichkeiten vorgestellt, u.a. mit Hilfe der DVD „Kennst du das auch?“, die im Wohnzimmer angeschaut werden konnte, und die sowohl Vorschläge für eine Thematisierung des Themas im persönlichen Umfeld bot als auch Hilfsangebote vorstellte. Im Anschluss an den Ausstellungsbesuch wurde in verschiedenen Arbeitsgruppen an dem Thema weiter gearbeitet. Darüber hinaus erhielten alle Schülerinnen und Schüler zum Abschluss eine, von den Studentinnen konzipierte und jugendgerecht gestaltete Broschüre, in der die Hautgedanken noch einmal zusammengefasst waren, den Jugendlichen Mut gemacht wurde und insbesondere wichtige Informationen und Adressen Dortmunder Hilfeangebote und Beratungsstellen nachzulesen waren. Dies entsprach dem Grundkonzept der Ausstellung, die Besucher und Besucherinnen nicht nur emotional zu berühren und ihnen Hintergrundmaterial zur Thematik zu Verfügung zu stellen, sondern umfangreiches Material über örtliche Hilfe- und Beratungsangebote bereit zu stellen. Den Studentinnen ist es mit ihrer Broschüre, die in einer Auflage von 900 Exemplaren gedruckt wurde, gelungen, diese Informationen auch für Jugendliche zugänglich zu machen.
Kontakt: Pfarrerin Heike Scherer Koordinatorin der Projektgruppe Dortmund „Rosenstrasse 76“ Jägerstr. 5, 44145 Dortmund Telefon: 0231/8494 – 289; eMail: heike.scherer@vkk-do.de
Bericht Nr. 34 + 35 „Statements gegen Gewalt“
Grundlegend für alle Schulklassenbesuche war der von Studentinnen der FH Dortmund begleitete Besuch der Ausstellung Rosenstrasse 76. Im Anschluss daran äußerten viele Jugendliche ihre Empfindungen nicht nur in den gemeinsamen Arbeitsgruppen, sondern trugen ihre Gedanken auch in das Gästebuch ein: „Ich bin sehr betroffen. Mann fühlt sich komisch wenn man in die Wohnung reinkommt. Ich kann dieses Gefühl nicht beschreiben. Am liebsten möchte ich hier sofort weg.“ Im Rahmen der Arbeitsgruppen wurden dann weitergehend nach Kommentaren gefragt und Handlungsstrategien erarbeitet und die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, ihre Statements zum Thema „Häusliche Gewalt“ deutlich sichtbar zu machen. Dazu wurden die Jugendlichen jeweils mit ihren Aussagen fotografiert und die Fotos anschließend ebenso wie „die Mauer gegen Gewalt“ (siehe Bericht zu den Projekten 5 und 6) im Kirchraum der Evang. Stadtkirche St. Petri Dortmund ausgestellt. So entstand durch die Jugendlichen eine zweite (kleine) Ausstellung, die auf viel Interesse bei den übrigen Besuchern und Besucherinnen stieß und deren differenzierte Sicht auf das Thema „Häusliche Gewalt“ viele Erwachsenen beeindruckte. Abschließend ist für das gesamte Schulklassenprojekt (siehe Berichte zu den Projekten 1-10) fest zu halten, dass die Resonanz auf das Angebot (insgesamt 30 Projekte) sehr groß war und es für einige Schulklassen auf Grund begrenzter personeller und zeitlicher Kapazitäten leider keine Möglichkeit gab, die Ausstellung zu besuchen. Die beteiligten Studentinnen zogen ein gemeinsames Fazit: Das Thema „Häusliche Gewalt“ muss für alle Studierenden des Fachbereichs Angewandte Sozialwissenschaften verbindlichen Eingang in den Lehrplan finden. Damit das Statement der Schülerin „Schau nicht weg! Erkennen – helfen – einsetzen“ auch in die Tat umgesetzt werden kann.
Kontakt: Pfarrerin Heike Scherer Koordinatorin der Projektgruppe Dortmund „Rosenstrasse 76“ Jägerstr. 5, 44145 Dortmund Telefon: 0231/8494 – 289; eMail: heike.scherer@vkk-do.de
Bericht Nr. 36 + 37 + 38 Gestik, Mimik und Gewalt …
In unserem Jugendzentrum haben wir im Rahmen einer Projektwoche und in Kooperation mit SOS-Rassismus-NRW drei einzelne Schwerpunkte zum Thema „Häusliche Gewalt“ gesetzt und miteinander verbunden. Zum ersten ging es darum, mit unseren ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen Häusliche Gewalt zu thematisieren und Bausteine zu entwickeln, um mit jüngeren Jugendlichen und Kindern das Thema und die je eigenen Erfahrungen damit zu bearbeiten.
Nach einer Reihe von Workshops mit den Ehrenamtlichen vor allem zu den Themen „Dimensionen häuslicher Gewalt zwischen Seele und Körper“, „Gefühlswelten zu Hause“ und „Körpersprache und Gewalt“ haben wir dann mit allen (jüngeren) Jugendlichen eine „Gefühlsreise durch die Täler und Gipfel, zwischen Traurigkeit und Glück“ veranstaltet und über Körpersprache, Gestik, Mimik versucht, der Gewalt (über Fotografien) einen Spiegel vorzuhalten.
Dabei half uns ein Profifotograf, der selber starkes Interesse am Thema hatte und in toller Art und Weise die Kinder und Jugendlichen animierte, Gefühlswelten und –lagen optisch sichtbar werden zu lassen. Dabei fing er mit dem Kopf, den Augen, der Nase, dem Mund an um Gefühle auszudrücken. Es folgten der Oberkörper, die Arme und Armhaltungen, die Hände, die Beine, die Füße und zum Schluss das Zusammenspiel des ganzen Körpers. Jede und jeder konnte sich in unterschiedlichsten Positionen fotografieren lassen.
Animiert durch den Fotograf wurden die Teilnehmenden plötzlich selber kreativ und entwickelten (und benannten) sehr nachdenklich stimmende aber auch sehr skurrile und lustige Körperhaltungen, Gestik und Mimik um die unterschiedlichsten Situationen zu Hause darzustellen oder zu karikieren.
Aus den weit über tausend so entstandenen Fotos konnten die Teilnehmenden dann einzeln oder in Gruppen Fotokollagen herstellen um Gefühlsabläufe (zum Beispiel: Ich bin lustig und gut drauf, ich werde ausgeschimpft und bin traurig, ich werde wütend und trotzig, ich zieh mich zurück und bin einsam …) und auf unserem Drucker ausdrucken.
Aus diesen Fotokollagen haben wir dann eine Ausstellung gemacht, die einzelnen Bilder gerahmt und mit Titeln oder Erklärungen versehen und dann in unserem Jugendzentrum ausgestellt.
Kontakt: Jugendzentrum auf der Höhe c/o Maj-Leena Posselt Rheinstraße 162 45219 Essen Tel: 02054-4648
Bericht Nr. 39 „Gewaltfreier Umgang mit Konflikten“
Am 27.02.09 gestaltete Frau Bianka Ledermann mit dem gesamten Team der Städt. Gemeinschaftsgrundschule Deininghausen ( 4 Erzieherinnen, 1 sozialpädagogische Fachkraft und 6 Lehrerinnen ) einen Fortbildungstag in unsrer Grundschule von 8:00 – 16:00 Uhr. Die erarbeiteten Module wurden dann in 2er Teams in den Klassen in den kommenden 2 Schulwochen täglich ca. eine Doppelstunde erprobt. In der 3. und 4. Schulwoche nach dem Fortbildungstag je 1x wöchentlich eine Doppelstunde. Mehr war unterrichtsorganisatorisch nicht möglich. Am 31.03.09 kam Frau Ledermann nochmals von 14:00 Uhr – 16:30 Uhr zu uns zu einer Konferenz. Die Praxisarbeit mit den Kindern wurde evaluiert und wertvolle Tipps wurden weiter gegeben. Zwischen den Oster- und Sommerferien wurden in allen Klassen immer wieder einzelne Module aus der Fortbildung bearbeitet. Besonders herausheben möchte ich an dieser Stelle das Einstudieren des Musicals „ SOS im Feuerland“, dass dann im September mehrfach aufgeführt wurde und das Produzieren einer CD mit Liedern, die Kinder stärken! Für die Zukunft ist geplant, dass Frau Ledermann nochmals im November / Dezember 2009 Gast in einer Konferenz ist. Da wird es dann hauptsächlich um die Chancen für Nachhaltigkeit gehen. Sicherlich ist dann auch nochmals der Umgang mit den Eltern ein Thema.
Die Frage „Was ist Gewalt?“ wurde für Kinder und Erwachsene zur Schlüsselfrage. Das Bewusstmachen dessen, was der einzelne als Gewalt empfindet zeigte eine große Bandbreite. Spannend war dann der Prozess der Konsensfindung, das Formulieren der Selbstverpflichtung und das Einsetzen des inneren Schiedsrichters. Zunächst haben wir im Team nicht glauben wollen, dass dies wirklich mit Grundschulkindern funktioniert, doch das Erproben in der Praxis hat uns eines Besseren belehrt. Die Kinder sind da viel sensibler, als wir ihnen zugetraut haben. Für uns im Team ging es dann ganz konkret darum: Was ist realistisch? Was können wir wirklich konkret erreichen, um die Gewaltbereitschaft und das Vorkommen von Gewalt an unserer Schule zu reduzieren? „Wenn ein Kapitän nicht weiß, welches Ufer er ansteuern soll, dann ist kein Wind der richtige“ ( Seneca) Dies konkret, positiv, realistisch und mit Zeitangabe für jede Lerngruppe zu formulieren war sehr hilf- und aufschlussreich! Das war auch genau der Bereich, der dann am 31.03.09 mit Hilfe von Frau Ledermann evaluiert wurde. Nachbesserungen mussten gemacht werden, einige Enttäuschungen wurden benannt. Lösungswege gesucht und zum größten Teil auch für einen nächsten Schritt gefunden. „Du bist einzigartig, so, wie du bist. Du hast Stärken und Schwächen wie es bei jedem ist“ wurde nach der Fortbildung zum Motto in der Arbeit mit den Kindern. Den Kindern helfen sich wahr zu nehmen, ganzheitlich mit Stärken und Schwächen und nicht nur als Täter oder Opfer ist eine herausfordernde aber lohnende Aufgabe in unserer Schule.
Seit der Umsetzung der Inhalte der Fortbildung sind Konflikte weniger geworden, sollen aber noch weiter reduziert werden. Erzieherinnen und Lehrerinnen haben eine gemeinsame Basis, gemeinsame Module und Umsetzungsmöglichkeiten. Dies gibt den Kindern Sicherheit und Beständigkeit. Man wird nicht mehr gegenseitig ausgespielt, die Kinder erleben Verlässlichkeit, Vertrauen wächst. Wir ziehen positive Bilanz. Die Fortbildung hat uns geholfen Konsens zu finden, Ziele zu formulieren, an die Umsetzung zu gehen. Wir, als Team, haben Schritte raus aus der Resignation gefunden, hin zu neuen Möglichkeiten und den Mut dies (auch ohne Unterstützung der Erziehungsberechtigten ) anzugehen. Die Arbeit mit den Kindern besonders in den Teamstunden zum Thema hat es uns bestätigt, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist, dass Fortschritte sichtbar sind und es nun gilt Nachhaltigkeit aufzubauen.
Kontakt: Ulrike Goliath, Schulleiterin ( u.goliath@web.de) Grundschule Deininghausen 44577 Castrop-Rauxel Dresdener Str. 24 Telefon: 02305/1 21 33
Bericht Nr. 40 „Und danach? Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die Gewalterfahrungen gemacht haben“
Vom 2.-4. Oktober 2009 fand die Schulung „Und danach? Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die Gewalterfahrungen gemacht haben“ für ehrenamtliche Gruppenleiterinnen und Gruppenleiter beim VCP Land Westfalen statt. In einem zweitägigen Kurs wurden über 15 Jugendliche und Erwachsene in ihrer Beobachtung und Handlungsstrategien für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geschult. Über Gespräche zu Ursachen von Gewalt unter Einbeziehung über eigene Beobachtungen im Alltag wurden in Kleingruppen Handlungsschritte zum Umgang mit körperlicher und psychischer Gewalt in der Familie, an der Schule (mobbing), in der Öffentlichkeit oder in der Gruppenarbeit an Beispielen thematisiert und erarbeitet. Es wurden Einrichtungen und Ansprechpartner genannt (Jugendamt, Sozialpädagogische Einrichtungen, Polizei u.a.) und wann welcher Kontakt sinnvoll ist.
Welche Informationen rausgegeben sollen/können – das Vertrauensverhältnis zum Opfer verdeutlicht, Umgang mit Täter-Verdächtigungen und die Begleitung von Opfern von Gewalt – Kinder und Jugendliche, die regelmäßig in der Gruppenarbeit dabei sind. Eingegangen wurde auf Besonderheiten bei Fahrten und Lagern, Übernachtungsaktionen, Symptome/Verhaltensweisen von Opfern. Am zweiten Tag lag der Schwerpunkt in praktischen Deeskalationsmethoden mit Übungen und die Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall Rosenberg für die Umsetzung in den Gruppenstunden zur Stärkung der Kinder und Jugendlichen. Die Leitung hatten Manuela Behle und Katrin Sturm. Sie sind beide Diplom-Sozialpädagoginnen und ausgebildete Mediatorinnen.
Aus Projektmitteln des Projektes „Rosenstraße“ konnten Bücher und methodische Materialien für die weitere Arbeit in den Gruppen zu den Themen Konflikte gewaltfrei lösen und Kommunikation angeschafft werden.
Kontakt: VCP Landesbüro Westfalen Syburger Dorfstraße 135 44265 Dortmund manuela.behle@vcp-westfalen.de
Bericht Nr. 42 Gewaltsituationen abbauen
In der Zeit vom 17.08.2009 - bis 30.10.2009 fand in den Räumen der InBit gGmbH an der Salentinstraße in Recklinghausen, welches unter der Leitung von Herrn Ulrich Funke steht, ein Training zum Umgang mit häuslicher, außerhäuslicher Gewalt sowie Deeskalations- und Interventionsstrategien statt. An zwei praxisorientierten Tagen wurden die Teilnehmer/innen auf spielerische Art und Weise mit dem Themenfeld vertraut gemacht. Sie wurden sensibilisiert, Gewalt zu erkennen, zu benennen und Gewaltsituationen zu deeskalieren. Nach einem kurzen Warm- up, welches dazu diente, die Teilnehmenden miteinander bekannt zu machen und Hemmung abzubauen, ging es sofort zur Sache. Um Gewalt erkennen zu können, mussten sie durch verschiedene körperliche Übungen den Gewaltbegriff für sich definieren.
In diversen Übungen und theoretischen Einheiten wurden dann auch u. a. Konflikttypen bestimmt, Toleranzgrenzen festgestellt und Kommunikationsmodelle besprochen.
Im Trainingsverlauf wurden des Weiteren Themen wie Mobbing am Arbeitsplatz und in der Schule, häusliche Gewalt und Gewalt durch Medien angesprochen und bearbeitet.
Eine große Resonanz fanden vor allem aber die Rollenspiele, wodurch die Teilnehmer/innen sich in gespielten Situationen ausprobieren konnten und unterschiedliche Lösungen Alternativen zur Konfliktlösung erarbeiten konnten. Im Anschluss des Trainings äußerten die Teilnehmenden den Wunsch, auch weiter das Thema der Gewaltprävention zu vertiefen und Trainingseinheiten in wöchentlichem Rhythmus angeboten zu bekommen. Durch die positive Motivation der Teilnehmer/innen und die Unterstützung des InBIT-Teams in Recklinghausen findet somit eine fortlaufende Bearbeitung des Themas statt. Hier sollen sich nun alle Beteiligten noch intensiver ausprobieren und Strategien gegen Gewalt für sich entwickeln sowie Ergebnisse und ihren persönlichen Transfer dieser in Ihre Lebenswelt reflektieren. Ein Ende ist derzeit noch nicht absehbar.
Kontakt: OT Wulfen Keith Matschulla Alter Garten 8, 46286 Dorsten
Bericht Nr.45 Natur erleben
Unsere diesjährige Scharade-Ferienfahrt nach Belgien haben wir unter das Motto „Natur erleben“ gestellt. Nach den Sommerferien gab es eine neue Gruppenkonstellation in der Scharade. Für die neu aufgenommenen Kinder wollten wir mit unserer Fahrt eine gesunde Integration dieser ankurbeln und die Gesamtgruppe in ihrem Zusammenwachsen unterstützen. Die Tagesgruppe Scharade ist eine ambulante Hilfe für Grundschulkinder im Aufnahmealter von 6-10 Jahren, in deren Familien komplexe Problemlagen eine gesunde Entwicklung dieser verhindert, gefährdet oder bereits geschädigt haben.
Unsere Ferienfahrt, in der wir regelmäßig, aber eher zurückhaltend das Thema „Häusliche Gewalt“ ins Spiel brachten und zum Thema machten, führte uns diesmal nach Robertville in Belgien in direkter Nahe an den Naturpark Botrange und das Hohe Venn. Eine Landschaft bestehend aus Wäldern, Seen und das Moor. Wir durchstreiften mit den Kindern diese Gegend auf verschiedenen Wanderungen, wobei die Kinder oft über ihre eigenen Leistungsgrenzen gingen und zu Recht stolz auf ihre Leistungen waren. Für unsere Stadtkinder war es eine schöne Erfahrung die Natur in einem solchen Ausmaß zu erleben, weit weg von Autolärm, Stress und Hektik in der Stadt. Durch diese Erfahrungen konnten sie sich insgesamt viel besser entspannen und zur Ruhe von ihrem Alltag kommen.
Als Höhepunkt wurde von vielen der Tag im Naturparkzentrum Botrange gesehen. Beginnend mit einer Planwagenfahrt durch den Naturpark mit Stopps an einem Wasserfall oder mit dem weiten Blick übers Moor. Dann konnten die Kinder die Natur mit all ihren 5 Sinnen erleben. Sie sind mit verbundenen Augen durch den Wald gelaufen, haben Geräusche des Waldes gehört, Beeren probiert, die verschiedenen Gerüche aufgenommen und haben „Landschaftsfotos“ mit ihren Augen geknipst. Zum Abschluss sammelten wir Tannennadeln und brühten uns darauf einen wundervollen Tee.
Zum Ende unserer Fahrt besichtigten wir noch eine Tropfsteinhöhle in Remouchamps. Zu dieser Besichtigung gehörte auch eine Bootsfahrt in einem kleinen Boot durch die dunklen Gänge der Höhle. Dies stellte nicht nur für die Kinder ein beeindruckendes Erlebnis dar, da wir uns im tiefsten Inneren der Erde befanden. Am Ende jedes Tages sollten die Kinder ihre schönsten Tageserlebnisse im Rahmen eines Malwettbewerbs reflektieren und zu Papier bringen. Auf diese Weise hat jedes Kind ein Maltagebuch von unserer Reise.
Kontakt: Bianca Röttgen CJG Kinder- und Jugendhilfe St. Josef Tagesgruppe Scharade Holweider Str. 36 51065 Köln Tel. 0221-61 61 229 Fax 0221-60 87 479 Mailadresse: scharade@cjg-ksj.de
Bericht Nr. 46 Meine Familie
Im Oktober haben wir mit den Kindern der Tagesgruppe Scharade eine Projektwoche zu dem Thema “Meine Familie“ durchgeführt. Die Tagesgruppe Scharade ist eine ambulante Hilfe für Grundschulkinder im Aufnahmealter von 6-10 Jahren, in deren Familien komplexe Problemlagen eine gesunde Entwicklung dieser verhindert, gefährdet oder bereits geschädigt haben.
Die Kinder bekamen die Möglichkeit ihre Familie zu fotografieren, zu malen, anhand einer kleinen Genogrammarbeit in einer Einzelsituation mit dem Bezugspädagogen einen Stammbaum zu erstellen und im Anschluss ihre Fotos und erarbeiteten Papiere in ein persönliches Familienalbum einzukleben. Unsere Intention dabei war die Auseinandersetzung unserer Kinder mit ihrer Herkunftsfamilie, mit den familiären Ressourcen, mit Halt gebenden, stützenden und als wichtig empfundenen Familienmitgliedern. Ebenfalls hatten die Kinder die Möglichkeit sich gegen Familienmitglieder abzugrenzen, in dem sie diese nicht nannten, nicht im Familienbild malten oder nicht im Stammbaum einzeichneten. Dies alles geschah ohne Druck und ohne einen Anspruch, dass der Stammbaum realistisch stimmig oder vollständig werden sollte.
Zunächst haben wir mit den Kindern mit Hilfe einer Digitalkamera das Fotografieren, das Fokussieren von Personen und das gezielte Ablichten eines Motivs, geübt. Im Anschluss bekam jedes Kind von uns eine Einweg-Kamera, mit welcher es die Möglichkeit bekam, seine Familie zu fotografieren. Dabei konnten die Kinder frei entscheiden, wer wichtig ist und wer auf den Fotos zu sehen sein soll.
Jedes Kind erhielt von uns ein tolles Foto-Buch in welches die Kinder zunächst ihre Familie malen konnten. Im Anschluss ließen wir uns von den Kindern mitteilen, wer zu ihrer Familie gehört und welche Besonderheiten diese Personen ausmachen. Jedes Kind bekam im Anschluss einen von uns individuell vorgefertigten Stammbaum, in welchen die Kinder nun ihre Familienmitglieder einzeichnen konnten und welcher dann bemalt und verziert werden konnte. Nachdem die Kinder ihre entwickelten Familien-Fotos ausgehändigt bekamen, wurden diese in das Fotobuch eingeklebt und beschriftet. Dann ging es ans Verzieren des Fotoalbums. Jedes Kind bekam nun die Möglichkeit sein Familienbuch nach seinen Wünschen und Vorstellungen zu einem kleinen Schatz werden zu lassen. Dazu stellten wir den Kindern verschiedenste Materialien zur Verfügung. Es gab diverse bunte Papierarten, Glitzerstifte, Glitzermotive zum Aufkleben und viele weitere Materialien. Die Arbeit innerhalb der Projektwoche hat allen viel Freude bereitet und hat sich als große Bereicherung für unsere Kinder in der Auseinandersetzung und Wertschätzung und Akzeptanz der Unterschiedlichkeiten ihrer Familien gezeigt.
Kontakt: Bianca Röttgen CJG Kinder- und Jugendhilfe St. Josef Tagesgruppe Scharade Holweider Str. 36 51065 Köln Tel. 0221-61 61 229 Fax 0221-60 87 479 Mailadresse: scharade@cjg-ksj.de
Bericht Nr. 47 zum Jugendwochenende zum Thema: „Gewalt und Deeskalation von Gewalt besonders in Raum der Familie“
Teilnehmer : 17 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren (Katechumenen und Katechumeninnen , Konfirmanden und Konfirmandinnen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter) Ref.: Heidrun Geck, Deeskalationstrainerin Ltg: Verena Siptroth, stud.psych., Erhard Lachner, Pfr, Mediator
1.Einheit: „ Schimpfen, Motzen ….. mit Worten sich behaupten
In Kleingruppen sammeln die Jugendlichen schriftlich Schimpfworte, Beleidigungen und verbale Attacken.
Die unterschiedlichen Listen werden im Plenum vorgetragen
Gelenktes Unterrichtsgespräch zu den Fragen:
Welche Äußerungen sind besonders verletzend?
Warum so viele Äußerungen, die die Mutter beleidigen ?
Warum so viele Äußerungen zum Lebensbereich „ Sexualität „
Welche Äußerungen würden wir zur verbalen Gewalt zählen, welche noch nicht?
Wo wird so gesprochen? Zu hause, Schule, Treffpunkte …. ?
Kennen Eltern diese Ausdrücke? Wie reagieren sie da drauf?
2. Einheit: „ Gewalterfahrungen und Familie „
Kleingruppengepräch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ( 14 -18 J.)
Freies Erzählen von eigenen Gewalterfahrungen: Situationen, Gründe, Gefühle…..
Gelenktes Gespräch: Wie reagieren Eltern? Was wissen sie? Was erwarten sie?
3. Einheit: Spielerisch Lernen in der Turnhalle
Kettenfangen Einer allein gegen eine große Überzahl. Die Situation richtig einschätzen, Kraftspüren Keine Angst vor großen Gruppen, Erfolgreich sein trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit? Welche Taktik ist hilfreich zum „ Überleben? Gemeinsam handeln - Wie erreichen wir unsere Ziele? Verbale und nonverbale Kommunikation, Teamfähigkeit, Entscheidungen der Alpha - Position anerkennen oder selbst Entscheidungen für die Gruppe fällen. Übertragung der Beobachtung auf Situationen in der Schule, in der Familie und auf der Straße.
Befreiungsaktionen a)gefangen in einem Kreis b)Rausholen Eine geschlossene Gruppe als einzelner überwinden. Welches Gefühl ist es, ganz allein gegen Viele zu stehen? Woher kennen wir dieses Gefühl? Wie fühlen wir uns zu Hause? Ist die Familie immer ein Ort des fraglosen Schutzes? Wann fühlen junge Leute sich in der Familie allein gelassen oder sogar ausgeliefert. Wahrnehmung: Die Angst vor körperlicher Nähe, Kontakt und vor Schmerzen. Wann ist diese Angst hilfreich, wann muss sie überwunden werden? Was brauchen wir, wenn wir dem Druck oder den Widerstand einer Gruppe standhalten wollen.
Rückendrücken Die eigene Kraft spüren, die Kraft des anderen spüren und respektieren.
4. Einheit Verschiedene Formen der Gewalt: „ Abseits“ -
Impuls – Video ,,Was ist geschehen?“(Plenum)
Schlüsselszenen
Vergleich mit eigener Erfahrung ( Kleingruppen )
Alternativen für alle Beteiligte in den Schlüsselszenen überlegen, spielen Themen:
5.Einheit Deutlich – aber ohne Angriff ( Kleingruppen, dann Plenum )
Äußerungen aggressiver Selbstbehauptung werden umformuliert in Äußerungen deutlicher Selbstbehauptung ohne Aggression – 5 Beispiele (die meisten aus dem Bereich des Familienalltags) Kleingruppen – Vortrag im Plenum – Einzelne Beispiele werden im Rollenspiel „getestet“.
6. Einheit Nachtgottesdienst „ Halt´s Maul, jetzt kommt der Segen „
Vorbereitung: Texte aus dem Buch „ Halt´s Maul, jetzt kommt der Segen „ und aus der Bibel heraussuchen, Konfrontieren, eigene Position formulieren, Gebet schreiben, Musik auswählen. (Viele Texte aus dem Buch geben Gewaltsituationen in der Familie und im Umfeld wieder. Ein solcher wurde auch von den Jugendlichen ausgesucht)
Übung Zweier -Wettkampf : ( Die eigene Kraft und Entschlossenheit spüren)
Kontakt: Verena Siptroth Erlöser Kirchengemeinde Piepenstockstr. 21 58636 Iserlohn
Bericht Nr. 48 + 49 „Soziale Kompetenz und Gewalt“
In diesem Schuljahr wurde im September und Oktober 2009 am Cuno Berufskolleg 2, Hagen, je ein Deeskalationstraining mit dem Schwerpunkt „Soziale Kompetenz und Gewalt“ durchgeführt. Hierbei wurden die Trainingsmaßnahmen an mehreren Tagen mit zwei Dachdeckerklassen (der BD-09A und der BD-09B) durchgeführt. Schwerpunkte des Trainings waren:
Gruppenfindungsprozesse
Teamfähigleit
Ursachen und Wirkungen häuslicher Gewalt
Außenwirkung auf Mitmenschen durch Sprache/Körpersprache
Bewusst werden über die Umgangsformen der unterschiedlichen Generationen
Analyse des eigenen Verhaltens
Gewalt und Konsequenzen thematisieren
Konstruktive Konfliktlösung in Ansätzen
Regeln definieren und einhalten
die sozialen Fähigkeiten der Schüler stärken
Die Ziele der Trainingseinheit beziehen sich auf das persönliche und häusliche Umfeld der Schüler, haben allerdings auch die Intention den Umgang im beruflichen Umfeld bewusster zu gestalten.
In Verlauf des Projekts haben wir mit verschieden Übungen, Rollenspielen, u.a. die Schüler mit der Thematik konfrontiert. In den Reflexionen beschrieben die Schüler eigene Erfahrungen mit Gewalt. Aktuelle Themen, wie z.B. die verschiedenen Amokläufe an deutschen Schulen wurden von den Schülern aufgegriffen und thematisiert. Es gab viele Situationen und Erzählungen, die jeden zum Nachdenken brachten.
Die Bereitschaft der Schüler sich bewusst mit Gewalt bzw. gewaltfördernden Situationen auseinander zusetzen war zu Beginn der Trainingseinheit deutlich geringer als gegen Ende. Im Verlauf des Trainings ergaben sich viele Lösungsansätze und Ideen um Gewalt zu umgehen. Gegenseitiger Respekt ergibt den ersten Schritt in ein friedvolles Miteinander.
Kontakt: Cuno Berufskolleg 2 Tim Hildebrandt Viktoriastr. 2 58095 Hagen
Bericht Nr. 50 Stark durch die Krise
Stark durch die Krise lautete das 2-tägige Seminar, zu dem Auszubildende des ASH-Sprungbrett e. V. aus Bergheim und Brühl nach Paffendorf (Bergheim) geladen wurden. Neun Frauen zwischen 19 und 24 Jahren nahmen mit viel Engagement teil, um sich intensiv mit häuslicher und alltäglicher Gewalt bis hin zu verbalen Konflikten am Arbeitsplatz und deren Umgang auseinander zu setzen.
Der erste Vormittag begann mit Übungen und Diskussionen im Still des klassischen Deeskalations-trainings. Neben der Auseinander-setzung mit der Frage „Was ist Gewalt?“, Findung eines Konsens in der Gruppe, gab es einen Austausch über eigene Gewalterfahrungen und deren Ursachen. Einen virtuellen Rundgang durch die „Rosenstrasse 76“ führte schnell zum Thema „Beziehungen“. Begleitet durch Warming ups gab es Gruppen-arbeiten, heiße Diskussionen und einen intensiven Erfahrungsaustausch.
Bestimmend für den zweiten Tag war der Wunsch der Teilnehmerinnen das Thema „Körpersprache“ und - von den Auszubildenden selbst formuliert - „verbale Erniedrigung“ am Arbeitsplatz oder zu Hause. Anhand von Paar- und Gruppenübungen, sowie Rollenspielen konnten Handreichungen zu einem selbstsicheren Auftreten erprobt werden. Gemeinsam wurden Alternativen zum Verhalten in brenzligen Situationen in Beruflichen und Privaten gesucht. Für einige war das Wichtigste in Form eines „inneren Schutzschildes“ in den nächsten Wochen verbale Attacken und Vorwürfe zu erproben. Hier erhoffen sich die Frauen weitere Begleitung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Resonanz der Frauen durchweg positiv war. Bedingt durch die Tätigkeit am Standort Brühl können wir viele Auszubildende weiterhin unterstützen und ermutigen. Ein Austausch mit den KollegInnen in Bergheim ist durch unsere gute Zusammenarbeit gesichert. Zu überlegen und diskutieren ist im KollegInnenkreis beim ASH-Sprungbrett e. V., ob nicht das ein oder andere Sozialtraining geschlechtsspezifisch und / oder über einen längeren Zeitraum von 3-4 Stunden angeboten werden kann, um Themen der Gewalt und Rassismus zur Sprache zu bringen. Auch die jetzt erprobte2-tägige Seminararbeit der übergreifenden Projektarbeit hat gezeigt, dass die Inhalte sehr aktuell sind und ein Gewinn für alle Teilnehmenden sein kann.
Kontakt: Andrea Klein / Irene Hahn ASH Sprungbrett e.V. Rheinstr. 211-213 • 50321 Brühl Telefon(02232) 57924-22 • Telefax(02232) 57924-18 a.klein@ash-sprungbrett.de • www.ash-sprungbrett.de
Bericht Nr. 51 „Gewalt zu Hause und auf der Straße“
27 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Willy-Brandt-Realschule können derzeit an dem Projekt „Rosenstraße“ teilnehmen. Im Zuge dieses Projekts findet in der Klasse ein Training zur Thematisierung häuslicher und außerhäuslicher Gewalt statt. In Zusammenarbeit mit der Klassenlehrerin sowie der Trainerin Marijke Bolte erleben die Jugendlichen – alle im Alter von 14 – 16 Jahren – eine etwas andere Art der Auseinandersetzung mit dem Thema in der Lebenswelt „Schule“. Schulbücher sind hier fehl am Platz. Mit erlebnis- und theaterpädagogisch orientierten Übungen wird das Thema „Gewalt zu Hause und auf der Straße“ von den Schülerinnen und Schülern im geschützten Rahmen erfahren, erprobt, erklärt und reflektiert. Auch Handlungsalternativen werden gemeinsam erarbeitet. Die Jugendlichen sowie die Klassenlehrerin „opfern“ hierfür sogar einen Teil ihrer Freizeit, da das Training montags nach dem offiziellen Unterricht stattfindet. 90 Minuten bleiben sie freiwillig länger um sich in diesem Setting auszutauschen und etwas gemeinsam zu erleben. Auch die Eltern der Klassenmitglieder unterstützen die Art der Auseinandersetzung mit dem Thema. Aufgrund der Vielseitigkeit des Themas, die teilweise erst durch die einzelnen Trainingseinheiten bewusst werden, wird das Training auch nach dem offiziellen Ende des Rosenstraße-Projekts weitergeführt. „Ziel wird sein, den angestoßenen Prozess der Auseinandersetzung noch eine Zeit lang zu begleiten, neue Anregungen und Alternativen zum Umgang mit gewalthaltigen Verhalten oder gewalthaltigen Situationen zu erarbeiten und die neuen Handlungsstrategien durch regelmäßiges Üben zu verinnerlichen,“ so Frau Bolte.
Kontakt: Marijke Bolte Marijke.Bolte@gmx.de Willy- Brandt Realschule in Herten
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